Erstellt am 30. Januar 2012, 00:00

Sturzfrei bergab. SKI / Wer heil die Piste runterkommen will, sollte eine gewisse Kondition haben, auf andere Acht geben und nicht übertreiben.

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON CHRISTINE HAIDERER
Von der Piste ins Spital – das schafften 2010 rund 4800 Skifahrer und 1200 Snowboardfahrer in NÖ, so das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Und auch heuer krachte es schon oft. Allein die Bergrettung verzeichnete bereits 79 Einsätze auf der Piste.

„Rund 80 Prozent aller Unfälle auf der Piste sind Stürze ohne Einwirkung anderer Wintersportler.“ Die Ursachen sind Übermut, Wahrnehmungs- und Fahrfehler.

„Der Skihelm  ist ein Muss“

Bei schweren Unfällen spielen Kollisionen eine große Rolle. Manche davon passieren, weil die Fahrer ohne Rücksicht auf andere unterwegs waren, manche, weil sie keine Kontrolle über ihre Ski oder ihr Snowboard hatten. „Daher ist der Skihelm ein absolutes Muss“, betont Werner Nutz, Geschäftsführer des Landesskiverbands Niederösterreich. Weil Kopfverletzungen häufig bei Kollisionen vorkommen, der Helm aber Schutz bieten kann. „So wie das Tragen des Skihelms bei Kindern verpflichtend ist, so sollte es auch für Eltern selbstverständlich sein“, so Nutz. Und worauf sollte man noch achten? „Die zehn FIS-Regeln sind die Grundlage für jeden Skilauf.“ Zudem sollte man laut Nutz, bevor man auf die Ski steigt, eine gewisse Kondition mitbringen, auf andere Rücksicht nehmen und nur im gesicherten Gelände fahren. Vor allem zurzeit aufgrund der Lawinensituation. „Momentan ist das Verlassen des gesicherten Geländes extremst gefährlich.“

Das KfV rät zudem: Bindung und Kanten jährlich durch ein Fachgeschäft kon-trollieren lassen, körperliche Fitness, regelmäßige Pausen und Verzicht auf Alkohol! Und Herbert Grünwald, Landesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker NÖ, erinnert angesichts dessen, dass nur jeder fünfte Fehlsichtige laut einer Spectra-Studie bei Sport eine optische Brille oder Kontaktlinse verwendet, daran: „Wer auf die Piste geht, sollte unbedingt gut sehen.“


DIE ZEHN FIS-VERHALTENSREGELN


Die Regeln des internationalen Skiverbands sind verbindlich und gelten auch vor Gericht als Maßstab.
1. Niemanden gefährden oder schädigen!
2. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
3. Wahl der Fahrspur ohne Gefährdung für andere!
4. Der langsamere Pistenbenützer hat Vorrang. Überholt werden darf links und rechts. Der Schnellere muss für genügend Abstand sorgen, egal wohin der Langsamere fährt.
5. Jeder, der in eine Piste einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts
fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.
6. Anhalten nur am Pistenrand oder an übersichtlichen Stellen!
7. Auf- und Abstieg nur am Pistenrand!
8. Markierungen und Signale beachten!
9. Verhalten bei Unfällen: Hilfe leisten, Rettungsdienst alarmieren!
10. Jeder, ob Zeuge oder Beteiligter, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben, Ausweispflicht!
 Quelle: „Wintersport“, www.kfv.at