Erstellt am 04. Oktober 2010, 00:00

Suchtfaktor Jugend. Um das Angebot der Suchtprävention verbessern zu können, wurden über 700 Jugendliche zu ihrem Suchtverhalten befragt.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Über 700 Jugendliche in NÖ von 13 bis 18 Jahren wurden zu Alkohol, Nikotin, illegalen Drogen wie auch zu ihrem Selbstbild, Schule, Freunde und Familie befragt.

Ein Resultat: „Ein Drittel der Jugendlichen raucht regelmäßig“, erklärt der Leiter der Studie Marc Bittner. Des Geschmacks wegen und zur Entspannung. Rund zwei Drittel trinken regelmäßig Alkohol. Weil es schmeckt und Spaß macht. Und 7 Prozent haben Cannabis ausprobiert – wie bei anderen illegalen Drogen, um Hemmungen abzubauen, high zu sein, der Geselligkeit wegen oder aus Neugier. Apropos: Illegale Drogen sind unter den Jugendlichen gut bekannt, behaupten sie. Allerdings steckt dahinter eine Übertreibung, vermutet Bittner. Denn: „30 Prozent der Jugendlichen sagen, dass sie die Substanz Notalin kennen – obwohl es die gar nicht gibt.“

Studie bestätigt den  bisherigen Weg

Grund für die Studie war: „Jede neue Datenlage hilft uns, unsere Angebote in der Prävention zu optimieren“, erklärt Landesrat Johann Heuras. Ergebnis: „Die Studie bestätigt uns in den bisher gesetzten Maßnahmen.“ Das sind Workshops, Theater, Programme für Schulen …

Vor allem ging es darum, „welche Faktoren unterstützen Jugendliche, nicht abhängig zu werden, und welche Faktoren tragen dazu bei“, erläutert Ursula Hörhan, Geschäftsführerin der Fachstelle für Suchtvorbeugung. Was Ersteres betrifft, zeigt die Studie unter anderem: „Die Förderung der Lebenskompetenz ist eine zentrale Maßnahme, um Suchtverhalten entgegenwirken zu können“, meint Markus Weißensteiner, Leiter der Abteilung Suchtvorbeugung in der Fachstelle. Diese Lebenskompetenz zu entwickeln, dabei spielen die Eltern eine große Rolle. Daher sind auch Angebote für sie wichtig. Wie etwa der blaugelbe Elternpass, in dessen Rahmen sich ein Modul mit Sucht beschäftigt.

Geschlecht hat keinen  Einfluss, das Alter schon

Keinen Einfluss auf den Konsum haben hingegen der Migrationshintergrund („Hier sind keine statistischen Unterschiede zu den hier geborenen Niederösterreichern zu erkennen“, erklärt Studienleiter Bittner) und das Geschlecht. Anders sieht das mit dem Alter aus. Umso älter die Befragten, umso niedriger schätzen sie die Gefahr ein, die von einer Substanz ausgeht. Vor allem „Alkohol wird mit zunehmendem Alter immer mehr verharmlost.“ Auf der anderen Seite hat dabei auch Wissen einen Einfluss. „Umso besser sie sich informiert fühlen, umso höher schätzen sie die Gefahr ein“, so Abteilungsleiter Weißensteiner.

Daher wäre ein Ansatz für die Zukunft, generell mehr zu informieren, mehr über den Rauchstopp (die Hälfte aller befragten Raucher haben schon einmal versucht aufzuhören) und mehr darüber, dass Konsum nicht nur körperlichen Schaden verursachen kann, sondern auch Sucht, was den Befragten nicht so bewusst war.www.suchtvorbeugung.at

„Wenn sich Jugendliche in der Schule wohlfühlen, Bestätigung erfahren, ist das ein wichtiger Faktor, um Suchtverhalten zu verhindern“, so Markus Weißensteiner.

SYMBOLFOTO: WALDHÄUSL