Erstellt am 12. September 2011, 07:38

Süß und gesund. TAFELTRAUBEN / Nur fünf Prozent stammen aus heimischer Ernte. Das soll anders werden.

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VON CHRISTIAN BAYR

Anfang September schon begann in Niederösterreich die Weinlese. Weil viele dabei nur an Sturm und Wein denken, führen heimische Tafeltrauben ein Stiefmütterchendasein: Lediglich rund fünf Prozent beträgt derzeit der Versorgungsgrad mit heimischen Weintrauben in den Supermärkten, ein neues Anbauprojekt der Weinbauschule Klosterneuburg soll in Zukunft mehr davon auf den Tisch bringen. Immerhin liegt der Verbrauch an Tafeltrauben insgesamt in Österreich bei acht Kilogramm pro Kopf.

Ferdinand Regner von der Weinbauschule Klosterneuburg: „Wir haben in Zusammenarbeit mit einer Supermarktkette begonnen, mehr Tafeltrauben in Niederösterreich auszupflanzen. Heuer werden wir auf zehn Hektar ernten.“ Aufgrund des Schönwetters in den vergangenen Wochen wird heuer früher gelesen, wobei als Tafeltrauben selten jene Sorten verwendet werden, die der Weinproduktion dienen.
Erhard Kührer von der Weinbauschule in Krems erklärt, worauf es bei der Produktion ankommt: „Wichtig ist, dass sie gut aussehen, eine feste Beerenhaut haben und eher locker-beerig sind, damit die Trauben beim Transport nicht gequetscht werden. Und sie sollten wenige oder keine Kerne enthalten.“

Trotz guten Geschmacks nicht durchgesetzt

Generell handelt es sich dabei eher um Sorten mit größeren Beeren, die Namen wie Lilla, Cardinal, Palatina oder Pölöskei- Muskat tragen. Andere Tafeltrauben-Sorten haben sich – trotz sehr guten Geschmacks – nicht durchgesetzt, weil sie aus Konsumentensicht nicht ansehnlich genug sind. Eine klassische Rebsorte gibt aber, so Kührer, auch hervorragende Tafeltrauben ab: „Der Muskateller hat eine sehr charakteristische Aromatik, er verfügt über eine festfleischige Beere, und das Süße-Säureverhältnis ist sehr ausgewogen.“

Vor allem rote Weintrauben gelten als sehr gesund

Generell gelten Weintrauben, vor allem rote, als sehr gesund. Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer etwa ist davon überzeugt, dass Menschen, die regelmäßig rote Weintrauben essen, gesünder und länger leben. Der Hauptstoff, das so genannte Resveratrol, baut nicht nur einen Schutzschild gegen Umweltgifte auf, sondern soll auch das Krebsrisiko senken. Damit dieser Gesundheitseffekt auch tatsächlich eintritt, muss man, sagt Bankhofer, aber im Herbst täglich bis zu einem Kilo Trauben essen.
Generell helfen Weintrauben beim Abnehmen, sie entwässern den Körper und helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Weintrauben fördern auch die Bildung roter Blutkörperchen und stärken die Blutgefäße, außerdem wird ihr Zucker relativ schnell in Energie umgesetzt.

Was für den Menschen besonders gut ist, bekommt Tieren gar nicht: Forschungsinstitute warnen dringend davor, Hunde mit Weintrauben zu füttern.
Manche Menschen können von Weintrauben aber gar nicht genug bekommen: So finden etwa bis zum 2. Oktober in Baden bei Wien die traditionellen Traubenkurwochen statt, bei denen man am Hauptplatz täglich Trauben aus der Region kaufen kann. Der Verzehr von täglich ein bis zwei Kilo wird empfohlen.