Erstellt am 22. November 2010, 09:22

Süßes aus Honig. LANGE HALTBAR / Es gibt viele kulinarische Gründe, warum Genießer sich jedes Jahr auf den Advent freuen. Einer davon ist der Lebkuchen.

 |  NOEN
VON CHRISTINE HAIDERER

Manche sind mit Marzipan gefüllt, manche mit Früchten oder Gelee, manche sind mit Schokolade überzogen und manche mit karamellisierten Mandeln bestreut – rund Hundert verschiedene Varianten an Lebkuchen gibt es in der Lebzelterei Schmid in Maissau. Für jeden Geschmack ein Lebkuchen.
Jedes Jahr werden hier nach altem Rezept zehn bis 14 Tonnen Lebkuchen hergestellt, händisch ausgestochen, belegt und verziert. „Unser Grundteig lagert bis zu zwei Jahre“, verrät Martin Schmid. Denn: „Desto länger er liegt, desto feiner wird der Geschmack.“ Dann wird er mit dem Gewürzteig (Gewürze, Triebmittel …) vermischt. Übrigens sollte man auch in der eigenen Küche den Teig ein paar Tage rasten lassen. Und dann kann man den Lebkuchen endlich genießen – wenngleich er auch nach ein paar Monaten noch besser schmecken kann. Haltbar ist er im Durchschnitt übrigens mindestens ein halbes Jahr. Gefüllte Lebkuchen nicht so lange.

Lebkuchen zu Ostern, zu Neujahr und im Kloster
Wer unterm Jahr schon Lust darauf bekommt, braucht nicht bis zum Nikolo im Dezember zu warten. Es gibt auch Hasen zu Ostern, Clowns im Fasching oder Kleeblätter zu Neujahr. „Jeder Jahreskreis hat seine Spezialität.“ Und dann gibt es Lebkuchen, die das ganze Jahr über locken, wie Weinbeisser. Die gab es wie Herzen am Kirtag schon „zu Großvaters Zeiten“, verrät Schmid. Lebkuchen gibt es in Maissau schon lange, „nachweislich seit dem 17. Jahrhundert“. Nicht zuletzt deswegen, weil hier früher Safran angebaut wurde.
Honig versüßt den Menschen schon sehr lange ihr Leben. Vor über 5000 Jahren vernaschten die Ägypter bereits süße Fladen, und später wurden in Klöstern Honigkuchen hergestellt.
Auch heute spielt ein Kloster wieder eine interessante Rolle: Das Zisterzienserstift Zwettl ist Schauplatz der Lebkuchen-Advent-Ausstellung. Dabei sieht man, dass Lebkuchen nicht nur schmecken kann, sondern auch Genuss für die Augen bringt. Denn: 41 verschiedene Häuser mit Schokolade verziert, nach Zimt duftend und mit Zucker beschneit, entführen die Besucher in eine andere Welt. Eine Welt, die heuer auch einen Hauch von schwedischer Architektur versprüht, und die von Peter Forstner und seinem Team in Tausenden Arbeitsstunden erschaffen wurde. Unter anderem mit dem Ziel, den alten Brauch, in der Adventzeit Lebkuchenhäuser zu verschenken, wiederzubeleben.

MEHR LEBKUCHEN
Lebkuchen der Lebzelterei Schmid gibt es beim Maissauer Schlossadvent (27. & 28. November), Göttweig im Advent (4. & 5. Dezember) und dem Weihnachtsmarkt im Palais NÖ (3. Dezember).
 www.lebkuchenschmid.at, 02958 822490
Lebkuchen-Advent-Ausstellung: in der Orangerie West des Zisterzienser-Stiftes Zwettl warten 41 Lebkuchen- und Knusperhäuschen. Bis 20. Dezember, täglich von 10 bis 18 Uhr. Eintritt: 2 Euro, Kinder bis 12 sind frei.  www.kaiserfranz.at