Erstellt am 25. März 2013, 12:34

Trainingseinheiten fürs Gedächtnis. Gedächtnistraining kann dabei helfen, sich die Gesichter der Geschäftspartner besser zu merken, leichter zu lernen oder auch, um den eigenen Wortschatz wieder zu erweitern.

Laut Gedächtnistrainerin Elke Pfeifer aus Krems sind Gedächtnisübungen »für jeden, der Geist und Gehirn fit und flexibel halten möchte«, empfehlenswert.  |  NOEN, NÖN
Karten mit Bildern und Fotos darauf, die die Erinnerung anstupsen, ein Plakat mit einzelnen Buchstaben, die richtig gereiht ein Wort ergeben, Tischsteher mit falsch geschriebenen, aber leicht lesbaren Textpassagen … und dazwischen Menschen, die gemeinsam denken, überlegen und lachen.

Wer in Niederösterreich einen Gedächtnistrainingskurs besucht, tut dies in der Regel nicht, um sich unvorstellbare Zahlenreihen zu merken, sondern um geistig fit zu bleiben. Für den Alltag. Um mit effizienten Lern- und Merktechniken besser für die Schule lernen zu können. Zum Beispiel. Oder um sich die Namen der Geschäftspartner zu merken. Oder auch einfach nur, um seinem Kopf etwas Gutes zu tun.
Das passiert durch verschiedene Übungen. Übungen, bei denen man kreativ ist, Übungen, bei denen man sich konzentriert, Übungen, bei denen die Sinne zum Einsatz kommen, und Übungen, bei denen man Wörter findet. Mehr als die wenigen, die man sonst so verwendet.

Es werden Gedichte kreiert, Bilder weitergezeichnet, Bewegungsübungen mit den Fingern, bei denen die rechte und die linke Gehirnhälfte gleichermaßen angesprochen werden, durchgeführt … einfache Übungen, die man im Sitzen machen kann – aber nicht muss. Denn auch ein Denkspaziergang tut hin und wieder gut.
Die  Übungen  dienen  bestimmten Zielen. Zum Beispiel eine bessere Gedächtnisleistung, mehr Aufmerksamkeit und Konzentration, mehr Wissen, mehr soziale Kompetenz und mehr Selbstvertrauen. „Es geht immer um Merkfähigkeit, Wahrnehmung und logisches Denken“, erläutert Elke Pfeifer vom Bundesverband für Gedächtnistraining. Und darum, geistig flexibel zu bleiben. Also, dass man in heiklen Situationen schnell entscheiden und reagieren kann. Das hilft zum Beispiel auch beim Arzt, damit einem die Fragen gleich in der Ordination einfallen und nicht – wie so oft – erst, wenn man schon wieder zu Hause ist. Es ist auch wichtig für die Wahrnehmung im Straßenverkehr.

Spaß und Freude am Denken
Bei Gedächtnistraining, wie es die rund 15 Gedächtnistrainer in NÖ im Rahmen von verschiedenen Kursen anbieten, geht es nicht um Leistung, sondern um die Lust und Freude am Denken und um den Spaß. „Es ist lustig, es ist spannend und es gibt keine Prüfungssituation“, so die Landesleiterin von Wien, NÖ und dem Burgenland.
Vor allem bei älteren Teilnehmern geht es auch um das soziale Miteinander in der Gruppe. Gemeinsam kann man Lösungen finden. Und: „Die Übenden werden gefordert. Sie stellen dann mit Staunen fest, wie viele Möglichkeiten noch in ihnen stecken.“
Und es geht um den Menschen, der am Gedächtnistraining teilnimmt, seine Erfahrungen, Vorlieben, Emotionen und seine Umwelt – und Wohlbefinden. Denn: „Wer sich wohl fühlt, kann besser denken, sich erinnern, lernen und kreativ sein.“ Im Gegensatz dazu können Stress und Anspannung zu Denkblockaden und Vergessen führen.
Bei Demenzkranken wiederum können zum Beispiel Kurzaktivierungskarten (mit Bildern darauf) alte Erinnerungen zum Vorschein bringen, altes Wissen wieder neu aktivieren. Bei anderen Teilnehmern können die gleichen Karten auch gemerkt werden, um sie später in der richtigen Reihenfolge aufsagen zu können. „Je fitter man ist, desto schwieriger sind die Übungen.“
Und durch das Training wird man wieder fitter. Auch etwas höhere Semester. „Auch ältere und alte Menschen können, genauso wie Junge, durch Lernen und Gedächtnisübungen ihre Denkleistungen verbessern, sich an längst Vergangenes erinnern, vernetzt denken, Probleme lösen und so auch Ängste abbauen.“ Denn: „Unser Gehirn knüpft ein ganzes Leben lang immer wieder neue Verbindungen.“

Gedächtnistraining
Zertifizierte Trainer des österreichischen Berufsverbands für Gedächtnistraining bieten verschiedene Kurse an. Manche davon wöchentlich, manche als Block. Zu unterschiedlichen Preisen. Zu unterschiedlichen Themen. Und für unterschiedliche Zielgruppen.
Schüler und Studenten können dabei Lern- und Merktechniken lernen, damit sie leichter lernen und für mehr Selbstsicherheit. Sie können trainieren, selbstständig zu lernen, sich besser zu organisieren, das Wissen langfristig zu speichern und im richtigen Moment abzurufen.
Erwachsene können lernen, sich Namen und Gesichter zu merken, damit der nächste Geschäftstermin nicht peinlich wird. Sie können lernen, mit Denkblockaden umzugehen, und auch Entspannungstechniken und Demenzvorbeugung spielen eine Rolle.
Senioren. Und bei älteren Menschen geht es oft um die zunehmende Vergesslichkeit, das soziale Miteinander in der Gruppe und der Wunsch, so lange wie möglich geistig fit zu bleiben.
www.oebv-gt.at

Übung 1
Das Gehirn kennt rund 65.000 Wörter. Aber nur ein kleiner Teil davon wird meist genutzt. Doch: Je mehr Wörter man regelmäßig benutzt, umso leichter fällt es, zu schreiben und zu sprechen.

Übung: Um einen Farbton besser zu beschreiben, verwenden wir manchmal andere Begriffe dazu. Wie bei Rot zum Beispiel Rosenrot, blutrot …

Was passt zu Gelb?
Was passt zu Blau?
Was passt zu Weiß?
Was passt zu Schwarz?
Was passt zu Grün?
Was passt zu Rosa?
Was passt zu Grau?

Trainiert wird hier: Wortfindung, assoziatives Denken, Konzentration, Abrufen von Wissen.

Weitere Tipps, wie man sich  fithält und was das Leben im Alter erleichtert, finden Sie online im NÖN-Sonderprodukt "Aktiv im Alter".