Erstellt am 03. Januar 2011, 00:00

 Unterstützung.  JUBILÄUM / Viele NÖ Vereine arbeiten im Bereich Hospiz und Palliative

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VON CHRISTINE HAIDERER

Wenn Ärzte sagen, dass sie nichts mehr tun können, „wenn ein Patient zum Sterben nach Hause geht, die Familie überfordert ist, dann wird oft vom behandelnden Arzt empfohlen, einen palliativmedizinischen Dienst in Anspruch zu nehmen“, weiß Brigitte Riss, Vorsitzende des Landesverbands Hospiz NÖ, der 2011 sein zehnjähriges Bestehen feiert.

39 Vereine und Einrichtungen zählt der Verband mittlerweile. Mit rund 600 ehrenamtlichen Hospizmitarbeitern, Ärzten, Diplompflegekräften, Sozialarbeitern, Seelsorgern, Psychotherapeuten … Alle speziell ausgebildet.

In Niederösterreich gibt es sechs stationäre Hospize, neun mobile Palliativteams, vier Palliativstationen, 13 palliativmedizinische Konsiliardienste und 30 Hospizteams. Welche Teams es in der jeweiligen Region gibt, weiß meist der Hausarzt. Man kann sich aber auch als Angehöriger an den Landesverband NÖ wenden. Und: „Ab und zu sind es auch Patienten, die Krebs haben und frühzeitig Kontakt aufnehmen“ – nur für den Fall, dass sie später Unterstützung benötigen.

Die Ehrenamtlichen begleiten und unterstützen Betroffene und ihre Familien. In welcher Form das geschieht, „hängt auch davon ab, was die betroffene Familie braucht“. Manchmal brauchen die Angehörigen einen Gesprächspartner, manchmal der Betroffene selbst. Manchmal wird über tiefernste Themen gesprochen, manchmal auch nur übers Wetter. Manchmal lesen die Ehrenamtlichen vor. Manchmal begleiten sie den Patienten auch zum Arzt. Manchmal entlasten sie die Angehörigen, damit diese Erledigungen machen können. Und manchmal bleiben sie einfach nur da und halten die Hand. Aber auch die Trauerbegleitung gehört dazu. Und so sind die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter auch dann noch für die Angehörigen da, wenn der Betroffene gestorben ist.

Abschied & Tod: Thema in Heimen und Schulen

„Ursprünglich war die Hospizbetreuung für Tumorpatienten“, meint Riss zu den Anfängen der Hospizbewegung. Doch: „Mittlerweile ist es für alle Menschen eine Begleitung in der letzten Phase ihres Lebens.“ Das können junge Menschen sein oder ältere, Menschen mit Parkinson, Diabetes oder Krebs. Zunehmend aber sind es demente Menschen – aufgrund der demografischen Entwicklung, erinnert Riss.

Daher beschäftigt sich ein Projekt des Landesverbands Hospiz mit dem Thema „Palliative Geriatrie in Pflegeheimen“. Dabei besuchen die Mitarbeiter von Pflegeheimen (von der Kantine über die Verwaltung bis zu Pflege) spezielle Workshops zum Thema. Mit dem Ziel die Hospiz- und Palliativversorgung im Heim zu verbessern. Das Pilotprojekt lief bereits in acht Heimen. Im Frühling startet der zweite Durchgang mit neuen Heimen.

Ein anderes Projekt, „Hospiz macht Schule“, läuft erst seit ein paar Monaten. Dabei kommen ehrenamtliche Hospizmitarbeiter in Schulen und sprechen dort mit den Schülern über Abschied, Sterben und Trauer. Ziel ist, dass die jungen Menschen einen offenen Zugang zu Krankheit, Behinderung, Alter und Tod erfahren.