Erstellt am 06. März 2014, 10:00

von Christine Haiderer

„Uralte“ Kriecherl. Seit Jänner gibt es zwei neue Genuss.Regionen in NÖ. Eine ist die Waldviertler Kriecherl.

Sie gehört zu den ältesten Kulturpflanzen mitteleuropäischen Ursprungs, ist grüngelb und hat eine alte Tradition.  |  NOEN, Christian Bisich
Von Christine Haiderer

„Früher hatte jeder Bauernhof ein paar Kriecherlbäume.“ Fragt man ältere Waldviertler, so Christian Bisich, Obmann des Vereins GenussRegion Waldviertler Kriecherl, erinnern sich noch alle an die Kriecherlbäume, die oft direkt neben dem Haus gepflanzt, rasch geerntet und weiterverarbeitet werden mussten. Sie wurden verarbeitet zu Marmelade. Oder Sirup. Und: „Wenn man viel gehabt hat, hat man Schnaps gebrannt.“

Frucht enstand vor rund 6.000 Jahren

Im Laufe der Jahre aber verschwanden die Kriecherlbäume immer mehr. Von den Höfen. Und aus der Landschaft. Nur im südwestlichen Waldviertel, „dort haben sich die Kriecherlbäume erhalten“. Dort, zwischen Weitra und Maria Taferl, zwischen Arbesbach und Lichtenau, fielen sie der Landwirtschaft oder dem Ausbau des Hofes seltener zum Opfer.

Und so kann man sie hier immer noch genießen, die uralte Frucht. Und uralt ist sie tatsächlich. Das Kriecherl gehört zu den ältesten Kulturpflanzen mitteleuropäischen Ursprungs. Wahrscheinlich spontan entstanden vor rund 6.000 Jahren. Im südmährisch-weinviertlerischen Raum.

Frischer, leichter Zitronengeschmack

Wie es schmeckt? „Sehr frisch. Eine leichte Zitrone. Zwetschken-Kirschenmischung.“ Wer wissen will, was das bedeutet, dem empfiehlt Bisich, Kriecherl-Marmelade zu probieren. Oder Kriecherl-Nektar. Es gibt aber auch Kriecherl-Schnaps, Kriecherl-Sirup, Kriecherl-Essig usw.

Erhältlich sind diese Köstlichkeiten zum Beispiel ab Hof bei den Edelbrennern, die sie herstellen. „Wir haben tolle Brenner“, schwärmt er. Oder auch im Klosterladen in Schönbach. „Dort gibt es alle Produkte.“ Rund um die Frucht, die zwar häufig grüngelb, stark bereift und kugelig ist, jedoch in vielen Varianten vorkommen kann.

„Das Besondere an unseren Kriecherln ist, dass es sie in einer solchen Formenvielfalt nur mehr bei uns im Waldviertel gibt“, verrät die Vereinsseite. 20 bis 30 Formen gibt es im Osten Österreichs. „Ein großer genetischer Schatz!“ www.kriecherl.at


GenussRegionen

120 GenussRegionen gibt es in Österreich. 32 davon in NÖ. Die zwei Neuen sind Waldviertler Kriecherl und Waldviertler Bio-Waldstaudekorn. Im Zentrum steht die Verbindung aus einem regionalen Produkt und einer Region.

www.genuss-region.at<br /> www.soschmecktnoe.at/
genussregionen