Erstellt am 13. Dezember 2010, 07:35

Viel Flüssigkeit und viel Ruhe. HAUSMITTEL / Eine laufende Nase, ein Kratzen im Hals, Kopfweh und vielleicht sogar Fieber – Erkältungen können mühsam sein.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Da man bei vielen Symptomen aber nie sicher sein kann, ob sie zur Erkältung gehören oder doch andere Ursachen haben, sollte man bei Beschwerden grundsätzlich zum Arzt gehen. Auch wenn sich dabei herausstellt, dass es tatsächlich nur eine Erkältung ist.
Aber auch die kann lästig werden. Wer will, kann neben den vom Arzt empfohlenen Mitteln auch zu alten Hausmitteln greifen. Zwar verschwindet die Erkältung laut Peter Kurt Österreicher vom Referat für Komplementärmedizin der NÖ Ärztekammer dadurch nicht: „Hausmittel verkürzen die Krankheitsdauer nur sehr selten.“ Aber: Hausmittel können die Symptome erleichtern. Zum Beispiel:
Brotrinde kauen. Wenn man Husten hat, das nächste Medikament aber erst in zwei Stunden schlucken sollte, der Hals aber jetzt kratzt, dann kann man eine alte, harte Brotrinde langsam kauen. „Dann lässt der Hustenreiz nach“, verrät der Allgemeinmediziner aus Traiskirchen. Aber Vorsicht, mit der Rinde im Mund einschlafen sollte man nicht.

Gewürze verwenden. „Kümmel, Majoran und Thymian sind Gewürze, die dem Immunsystem gut tun.“ Zum Beispiel kann man sich einen Kümmeltee (zerstoßener Kümmel plus heißes Wasser) machen, der hilft auch bei Blähungen.
Das Immunsystem stärken. Gerade am Anfang einer Erkältung kann man Vitamin C und Immunsystem steigernde Stoffe, wie zum Beispiel Knoblauch oder Honig in geringen Mengen, zu sich nehmen. Die warme Milch mit Honig allerdings nicht zu oft. Denn: Milch verschleimt – und das kann bei Husten ein Problem werden. Also nicht zu viel davon trinken. Man kann Honig ja auch in den Tee geben.

Tee trinken. Apropos: Bei leichten Erkältungen kann Tee hilfreich sein. Lindenblüte bei Husten, Salbei bei Beschwerden im Rachenraum. Und Kamillentee wirkt entzündungshemmend. Damit es nicht zu langweilig wird, kann man ja verschiedene Sorten mischen, rät Österreicher. Generell ist Trinken wichtig: „Flüssigkeitszufuhr macht bei jeder Erkrankung Sinn“, meint der Experte. Sie ist wichtig für den Stoffwechsel und das Immunsystem. Und auch die „gute, alte“ Hühnersuppe kann bei Erkältung gut sein, da die Suppe samt Fleisch und Gemüse viele Substanzen enthält, die der Körper braucht, wie etwa Mineralstoffe.
Der Zuckersaft. Rettich oder Rübe aushöhlen, mit Zucker oder Honig füllen. Die Wurzel kappen und all das auf ein Glas oder Ähnliches stellen. Dann heißt es: warten bis unten Saft durch die Wurzel tropft.
Ein Erkältungsbad nehmen. Aber „nur wenn Sie jung, gesund und kreislaufstabil sind“, sagt Österreicher. Denn: Bei älteren Menschen kann das heiße Wasser den Kreislauf belasten. Wer das vermeiden will, kann als Alternative ein warmes Fußbad nehmen – aber nur, sofern die Durchblutung in den Beinen in Ordnung ist.

Inhalieren. Vorsicht: „Nicht zu heiß inhalieren!“ Immer wieder kommt es dabei zu Verbrühungen. „Es reicht, wenn es gerade noch dampft“, erklärt Österreicher. Immerhin geht es dabei nicht um die Hitze, sondern die Tröpfchen, die dabei entstehen. Auch braucht man normalerweise kein Öl – im Gegenteil: oft reagieren Menschen auf diese Öle allergisch. Also sollte man dies nur tun, wenn man weiß, dass man es verträgt. Gut ist mit Salzwasser oder Emser Salz zu inhalieren.
Essigpatscherl wickeln. Sie wirken fiebersenkend. Für Essigpatscherl sollte man den Essig allerdings ein wenig verdünnen, da Essig sehr scharf ist, was gerade für kindliche Haut problematisch sein kann.
Sich Zeit nehmen. Manchmal braucht der Körper einfach nur Zeit, Ruhe und weniger Stress, um sich zu erholen. Also einen Gang zurückschalten! Bei starken Erkältungen sollte man auch darüber nachdenken, vielleicht nicht alle anderen im Büro anzustecken.