Erstellt am 26. Januar 2012, 13:23

Viele Pläne, neue Gesetze & Gratisimpfungen. NEU 2012 / Auf dem Weg zu einer besseren Versorgung und mehr Gesundheit gibt es auch heuer wieder viel Neues im Gesundheitswesen.

 |  NOEN
VON CHRISTINE HAIDERER

Das neue Jahr startete im Gesundheitsbereich mit einigen Neuerungen. Projekte und Programme des vergangenen Jahres werden weitergeführt, einige neue Schwerpunkte sind geplant.

BRUSTKREBS & STEVIA
Einige Neuigkeiten von Ende 2011 werden sich vor allem 2012 bemerkbar machen, wie etwa:

Brustkrebs-Früherkennung.
Im Dezember wurden die Eckpunkte für das nationale Brustkrebs-Früherkennungs-Programm festgelegt. Einige Punkte dabei: 45 bis 69-Jährige werden jedes Jahr persönlich eingeladen. 40- bis 75-Jährige können freiwillig teilnehmen. Es gibt eine unabhängige Doppelbefundung und einen unmittelbaren Ultraschall bei Dichtegrad ACR 3
& 4 sowie bei auffälligem Befund.

Steviolglycoside.
Eine Neuerung 2011 war auch die Zulassung von Süßstoffen auf Stevia-Basis durch die Europäische Kommission. Seit Anfang Dezember sind bestimmte Lebensmittel, die mit Steviolglycosiden gesüßt sind, erlaubt. Steviolglycoside sind Süßstoffe, die aus der Stevia rebaudiana Bertoni-Pflanze gewonnen werden. Die Zulassung umfasst jedoch nur diese Süßstoffe. Die Stevia-Pflanze selbst oder Teile von ihr sind hingegen nicht zugelassen.
Das Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz
Mit 1. Jänner trat das Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz in Kraft. Im Zentrum dabei stehen synthetisch hergestellte Stoffe, die psychoaktiv wirken. Darunter auch Abfallprodukte aus der Arzneimittelforschung. Da deren Auswirkungen meist nicht bekannt und nicht erforscht sind, bedeutet das unkalkulierbare Gesundheitsrisiken für die meist jungen Konsumenten. „Das Gesetz soll es ermöglichen, durch gezielt angebotsseitige Instrumentarien die Flut immer neuer Substanzen einzudämmen und aufgegriffene Substanzen rasch aus dem Verkehr zu ziehen“, heißt es in der Information „Was ist neu im Jahr 2012?“ vom Gesundheitsministerium.

Hotline der Schulbuffet-Initiative
Seit Sommer 2011 gibt es die Leitlinie Schulbuffet des Gesundheitsministeriums. Sie gibt Buffetbetreibern eine Orientierung, wenn diese das Getränke- und Speisenangebot gesünder gestalten wollen. Als Unterstützung dafür gibt es seit 1. Jänner für Schulbuffetbetreiber ein mobiles Beratungsteam und die Hotline Schulbuffet-Initiative für Anmeldungen und Rückfragen unter 050555-555 (Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr), Anmeldung per E-Mail: schulbuffet@ages.at

Pneumokokken und Meningokokken
Bisher gab es die Impfung gegen Pneumokokken nur für Risikokinder kostenlos. Ab heuer steht sie für alle Kinder gratis zur Verfügung. Empfohlen wird je eine Impfung im 3., 5. und 12. Lebensmonat. Neu ist auch die kostenfreie Impfung gegen Meningokokken für Zwölfjährige.

Neuer Frauenförderungsplan
Neben vielen Neuerungen ist für 2012 auch vieles geplant. So soll zum Beispiel im ersten Quartal der neue Frauenförderungsplan erlassen werden (Optimierung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, verstärkte Einbindung von Frauen in Entscheidungsprozessen …).

Gesetz rund um Schönheits-Operationen
Weiters ist ein Bundesgesetz über die Durchführung von ästhetischen Behandlungen und Operationen in Planung. Dabei geht es vor allem um Regelungen rund um Aufklärung und Einwilligung, Qualitätssicherung (erforderliche, ärztliche Qualifikation) und lückenlose Dokumentation.

Koordinationsstelle: Kinder-& Jugendlichengesundheit
Eine Koordinationsstelle soll eingerichtet werden, die die Umsetzung der Kindergesundheitsstrategie,  die  im  Rahmen  des Kindergesundheitsdialogs erarbeitet wird, unterstützen soll.

Indikatorensystem: bundesweit ausgeweitet
In den NÖ Landeskliniken wird Ergebnisqualität mit Hilfe von Indikatoren gemessen. Dieses im Bereich der NÖ Landes-kliniken-Holding entwickelte System, das in Niederösterreichs Krankenhäusern erfolgreich angewendet wurde, wird bundesweit übernommen und im Rahmen einer vom Gesundheitsministerium bereitgestellten Software allen Krankenanstaltenträgern zur Verfügung gestellt.
„Dieses Indikatorensystem ermöglicht auf Basis bereits vorhandener Routinedaten, also ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand, die Darstellung wesentlicher Qualitätsindikatoren (z. B. Mortalitäts- und Komplikationsraten, Wiederaufnahmeraten, Intensivhäufigkeit). Auffälligkeiten werden im Rahmen von strukturiert durchgeführten Peer-Review-Verfahren analysiert.“

Gesundheitsportal: www.gesundheit.gv.at
Das Gesundheitsportal mit Infos rund um die Struktur und Organisation des Gesundheitswesens sowie medizinischen Themen soll im heurigen Jahr weiter ausgebaut werden.

Mehr Infos über seltene Erkrankungen
Seit vergangenem Jahr gibt es die „Nationale Koordinationsstelle für seltene Erkrankungen“. Wie es Patienten mit seltenen Erkrankungen in Österreich geht, wurde im Rahmen einer großen Befragung erhoben. „Die gewonnenen Ergebnisse werden in den nationalen Aktionsplan für seltene Erkrankungen einfließen, der Ende 2013 ausgearbeitet sein soll“, verrät „Was ist neu im Jahr 2012?“.

Die elektronische Gesundheitsakte
ELGA soll Gesundheitsdienstleister miteinander vernetzen und die Qualität verbessern. 2012 soll laut Gesundheitsministerium die Umsetzung der Infrastruktur weitgehend abgeschlossen sein.
Schwerpunkte sind das Berechtigungs- und Protokollierungssystem und die Einrichtung des Zugangsportals.
 
  www.bmg.gv.at