Erstellt am 07. März 2011, 08:25

Voll versalzen. RISIKOFAKTOR / Zu viel Salz kann zu Bluthochdruck, und das zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Daher wird reduziert.

 |  NOEN
VON CHRISTINE HAIDERER

Bis 2015 wollen Österreichs Bäcker mit dem Gesundheitsministerium den Salzgehalt in Brot und Gebäck um rund 15 Prozent senken.
Warum sie das tun? Weil die Österreicher viel zu viel Salz zu sich nehmen. Die deutschsprachigen Ernährungsgesellschaften empfehlen maximal 6 Gramm Salz pro Tag, erläutert Alexandra Wolf, Ernährungswissenschafterin bei der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit). „Das ist weniger als ein Teelöffel voll.“
Tatsächlich aber konsumieren österreichische Frauen im Durchschnitt 8 Gramm pro Tag und die Männer 9 Gramm. Das Problem: „Zu viel Salz erhöht das Risiko für Bluthochdruck. Und Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen“, so die Leiterin des Zentrums für Ernährung und Prävention. Und „Herzkreislauferkrankungen sind die Todesursache Nummer 1.“

Weniger Salz in Produkten & zu Hause

Daher ist es wichtig, den Salzkonsum zu reduzieren. Möglich ist das etwa, indem der Salzgehalt in verarbeiteten Produkten verringert wird, wie es Österreichs Bäcker vorhaben. Gerade diese Branche könnte viel erreichen. Immerhin: „Brot und Gebäck werden täglich verzehrt.“ Und ein Viertel der Salzaufnahme erfolgt über Brot und Gebäck (dazu zählen auch Cerealien usw.). Viel Salz enthalten können zum Beispiel auch Saucen, Suppen, Fleischprodukte, oder auch Käse.
Salz reduzieren lässt sich aber auch, indem man selbst weniger salzt und nachsalzt. „Wenn man mit Nachsalzen zurückhaltend ist, gewöhnt man sich in kurzer Zeit an den neuen Geschmack.“ Damit auch die Konsumenten die Chance haben, sich an weniger Salz in Brot und Gebäck zu gewöhnen, werden die Bäcker das Salz übrigens schrittweise reduzieren.
Salz ist aber nicht nur ungesund. Der Körper braucht Salz. Zum Beispiel das Natrium „zur Aufrechterhaltung des Säure-Basenhaushalts“ … Allerdings genügen dafür geringere Mengen von Salz, als die, die der Durchschnittsösterreicher täglich zu sich nimmt.

WENIGER SALZ
Knausern Sie beim Salzen! Das fällt anfangs schwer. Doch nach zwei Wochen haben sich die Geschmacksknospen daran gewöhnt und man schmeckt den Unterschied nicht mehr.
• Verstärkt Frischprodukte & nur selten mit Salz konservierte Lebensmittel verwenden.
• Selten(er) zu Fertigprodukten wie Packerlsuppen und Fertigsaucen greifen.
• Salzhaltige Gemüsesäfte meiden (Ausnahme: Karotten- und Rote-Rüben-Saft).
• Speisen zuerst mit Kräutern und Gewürzen verfeinern, erst dann – sparsam! – salzen.
• Nachsalzen bei Tisch vermeiden.
• Bei Brot und Gebäck die salzärmeren Produkte bevorzugen – Ihr Bäcker berät Sie gerne!
 Quelle: Broschüre Herz.Genuss.Brot,  zu finden auf  www.bmg.gv.at und www.brotistgesund.at/herzgenussbrot