Erstellt am 06. Februar 2014, 07:00

Vom Küchenchef zum Restaurant-Inhaber. Genuss / Anfang des Jahres haben der Niederösterreicher Sebastian Frank und Jeannine Kessler das Horváth im Berlin übernommen.

Der Niederösterreicher Sebastian Frank kocht seit dreieinhalb Jahren die Currywurst-Metropole Berlin ein. Seit Anfang Jänner sind er und seine Lebensgefährtin Jeannine Kessler Inhaber des Restaurants Horváth.  |  NOEN, Bavandi
Von Michaela Bavandi aus Berlin

In der Kürze liegt die Würze. Und davon hat der in Mödling geborene, in Bruck an der Leitha aufgewachsene und in Berlin lebende Sebastian Frank sehr viel.

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„Wenn ich bedenke, dass ich nur wegen meiner wunderbaren Lebenspartnerin Jeannine vor dreieinhalb Jahren ohne Aussicht auf einen Job nach Berlin gekommen bin, durch Zufall als Küchenchef im Horváth beginnen konnte und nun dessen Inhaber bin, dann habe ich verdammt viel Glück gehabt“, so der Sternekoch und Koch des Jahres 2011 bei der offiziellen Feier zur Übernahme des Restaurants Horváth in Berlin-Kreuzberg vergangene Woche.

Gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Jeannine Kessler wagt er den Schritt in die Selbstständigkeit: Seit Anfang dieses Jahres lenken die beiden die Geschicke der traditionsreichen Gaststätte. Während Frank weiterhin den Kochlöffel schwingt, unterstützt ihn seine Lebensgefährtin in der Geschäftsführung. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, weiterer Nachwuchs wird erwartet.

Vom „Horváthini“ bis zur Luxus-Karotte

Was seine Gerichte ausmacht, davon konnten sich die Gäste der Eröffnungsfeier überzeugen. Zum Beispiel mit der Eigenkreation „Horváthini“. Sellerie-Sekt mit Martini, Limette, Bitter Lemon und Soda. Ab sofort auf der Karte zu finden. Oder auch von Blunz’n-Brötchen und Käse-Langos. Zudem gab es „krosses“ Kohlblättchen mit Paprika- und Knoblauchsauce sowie Selleriestücke „wie von Zauberhand“.

Frank hat eine klare Vorstellung für seine Küche: „Für mich als jungen, österreichischen Koch gilt es, die Traditionen und Geschmäcker zu wahren und mich auf die Suche nach von mir unentdeckten, regionalen Ausläufern zu machen.“

Gekocht wird mit „Früchten unserer Erde“, sagte er im Vorjahr gegenüber der NÖN. Das gilt noch heute. Auf Luxusprodukte verzichtet er weiterhin. „Heutzutage kann schon eine Karotte oder Zwiebel einen gewissen Luxus darstellen, wenn diese in einzigartiger Qualität fernab von Massenware gezogen wird. Wir wollen die knackigsten Radieschen, den grünsten Blattkohl und züchten Zwiebel- und Maistriebe selbst, um unseren Gerichten die besondere Note zu geben“, so der Botschafter der österreichischen Küche in Deutschland. „Wir möchten der österreichischen Küche eine Bühne verschaffen, auf die die kulinarische Welt blickt.“