Erstellt am 25. Juni 2012, 09:21

Vorsicht, Hitze!. HITZSCHLAG / Damit der Körper funktioniert, darf seine Temperatur nicht zu hoch steigen. Hitze aber kann die Temperaturregelung stören.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Bei 36, 37 Grad funktioniert der Körper optimal. Steigt die Körpertemperatur jedoch auf über 42,6 Grad, „ist das Aufrechterhalten der Körperfunktionen nicht mehr möglich und der Mensch stirbt“, erläutert Gunnar Gamper von der 3. Medizinischen Abteilung, Landesklinikum St. Pölten.

Daher ist es wichtig, dass die Temperaturregelung arbeitet. Das Problem: „Bei großer Hitze, vor allem auch in Kombination mit großer Luftfeuchtigkeit, können die Mechanismen der Temperaturregulation versagen.“ Und der Körper kann keine Wärme an die Umgebung abgeben.
Das Risiko für Hitzeschädigungen (also von Hitzeerschöpfung, Sonnenstich usw.) steigt bei über 35 Grad. „Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Kleinkinder unter zwei Jahren.“ Aber auch chronische Erkrankungen (Herzschwäche, Diabetes, Übergewicht) oder bestimmte Medikamente (entwässernde Mittel, Antidepressiva, Beta-Blocker) können das Risiko erhöhen.

„Bei der schwersten Form, dem Hitzschlag, steigt die Körpertemperatur innerhalb von kurzer Zeit auf über 40 Grad Celsius“, erläutert Gamper. „Der Körper produziert mehr Wärmeenergie, als er abgeben kann.“ Die Folge: eine akute Überhitzung. Typisch sind starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und ein beschleunigter Puls. Dann heißt es schnell zum Arzt, Denn: Ohne Behandlung sind dramatische Folgen möglich.
Beim Sonnenstich wiederum typisch sind „ein roter, heißer Kopf, kühle Haut, Kopfschmerzen, Übelkeit (auch mit Erbrechen), Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit und allenfalls Krämpfe“. Um das zu verhindern, heißt es Kopfbedeckung aufsetzen und den Aufenthalt in praller Sonne meiden!

Generell gilt für heiße Tage:
• Ausreichend viel trinken (Wasser, Tee oder stark verdünnte Fruchtsäfte). Kein Alkohol!
• Sich vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.
• Bei hoher Luftfeuchtigkeit und starker Hitze körperliche Anstrengungen vermeiden.
• Luftige, atmungsaktive Kleidung tragen.
• Kinder niemals unbeaufsichtigt im Auto lassen.

KÜHL IM AUTO
An so heißen Tagen wie denen letzte Woche können Oberflächen im Auto (Armaturen usw.) bis zu 70 Grad heiß werden. „Das wirkt wie ein Heizkörper“, verrät Steffan Kerbel, Leiter der Testabteilung von ÖAMTC. Schnell beträgt die Lufttemperatur 55 Grad. Mit einer Klimaanlage kann man abkühlen, um in der Regel zehn Grad. Wobei idealerweise nicht mehr als fünf Grad Unterschied zur Außentemperatur sein sollten und nicht mehr. Sonst drohen Kreislaufprobleme. Zudem sollte man die Düsen nicht direkt auf den Körper richten, rät Kerbel, um sich nicht zu erkälten. Daher: Die Frontdüsen in Richtung Windschutzscheibe drehen, die mittleren nach oben, linke nach links, rechte nach rechts. „So entsteht ein gleichmäßiges Klima.“ Und da das Abkühlen die Luft austrocknet, sollte man viel trinken.

Tipps:
•  Ist das Fahrzeug vom Parken in der Sonne aufgeheizt, muss die heiße Luft so schnell wie möglich aus dem Auto. Deshalb den Motor starten, die Klimaanlage auf niedrigste Temperatur einstellen und das Gebläse voll aufdrehen. Die Fenster sollten dabei offen sein, damit die heiße Luft schnell entweichen kann.
• Nach etwa drei Minuten Fenster und, wenn vorhanden, Schiebedach schließen. Nach Betätigung der „Umluft“-Taste wird nur noch die Luft im Wageninneren umgewälzt, dadurch kühlt sie schneller.
• Nach weiteren fünf Minuten sollte man die Funktion „Umluft“ wieder ausschalten.
• Etwa drei Minuten vor Fahrtende Klimaanlage abschalten, damit sie trocknen kann. Damit wird verhindert, dass sich Bakterien bilden.
 Quelle: www.oeamtc.at