Erstellt am 15. August 2011, 00:00

Vorsicht beim Pilzsammeln!. VERGIFTUNGSGEFAHR /  Knollenblätterpilz & Co. können für unangenehme Vergiftungen sorgen.

Schwammerl können hervorragende Gerichte ergeben, aber auch, bei Auswahl der Falschen, zu Vergiftungen führen. AMA MARKETING  |  NOEN
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VON CHRISTIAN BAYR

Sie heißen etwa Bambustrichterling, Gewächshaus-Schirmling, Helmkreisling oder Riesenlorchel. Und sie haben zwei Dinge gemeinsam: Es handelt sich dabei um Pilze, und ihr Konsum kann zum Tod führen. Hochsommer ist Schwammerlzeit, und auch in Niederösterreichs Wälder schwärmen an den Wochenenden wieder Tausende Pilzfreunde aus. Dabei ist durchaus Vorsicht geboten, damit das leckere Pilzgericht nicht ins Spital führt.

Der Knollenblätterpilz ist  schwer zu erkennen

Eierschwammerl und Steinpilze kennt fast jeder. Spätestens beim Knollenblätterpilz scheiden sich aber die Geister. Was also tun, wenn man sich nicht sicher ist, ob das Objekt der Begierde auch wirklich genießbar ist. Gabriele Bertl, Leiterin des Marktamtes in St. Pölten, weiß Rat: „Wenn Sie sich nicht wirklich sicher sind, ob ein Pilz für den Menschen ungefährlich ist oder nicht, dann lassen Sie ihn lieber stehen.“ Neben so altmodischen Dingen wie Pilz-Bestimmungsbüchern kann man natürlich auch im Internet nach Fotos von essbaren Pilzen suchen. Oder man besucht eine der Pilzberatungsstellen der Kommunen, die es in Niederösterreich neben St. Pölten auch in Melk, Gmünd, Horn, Baden, Korneuburg und Wiener Neustadt gibt.

Bertl: „Wer Pilze zur Bestimmung mitbringt, muss darauf achten, dass sie möglichst vollständig sind, weil eine zweifelsfreie Bestimmung oft nur durch die Form der Stielbasis möglich ist.“

Fraßspuren von Schnecken  sind keine Sicherheit

Generell gilt, dass man nur gesunde Pilze sammeln sollte, schimmlige oder durchnässte sind höchstwahrscheinlich verdorben. Auch Fraßspuren an Pilzen sind kein Zeichen für Unbedenklichkeit: Schnecken und Maden, aber sogar Wild können oft Pilze problemlos verdauen, die für den Menschen tödlich sind.

Und Giftpilze müssen weder bitter noch schlecht schmecken, im Gegenteil. Gerade Knollenblätterpilze oder Fliegenpilze schmecken hervorragend – leider findet man sich nach ihrem Genuss oft im Krankenhaus wieder.

Erst wenn man sich vollkommen sicher ist, einen echten Speisepilz vor sich zu haben, sollte man diesen pflücken. Bertl: „Am besten ist, Sie drehen den Pilz vorsichtig heraus, damit das Myzel, also die Wurzeln, in der Erde verbleibt und ein Nachwachsen des Pilzes ermöglicht“.

Deshalb sollte man auch den am Stiel befindlichen Schmutz gleich im Wald entfernen, weil auch er beim Pilzwachstum hilfreich ist. Kleine und alte Pilze sollte man auf jeden Fall im Wald belassen.