Erstellt am 24. Mai 2011, 12:49

Welt-Nichtrauchertag: Aktionen gegen "Gesundheits-Einschleichdieb". "Einstieg zum Ausstieg", heißt die Devise: Krankenkassen und Ärzte wollen in Österreich anlässlich des bevorstehenden Welt-Nichtrauchertages (31. Mai) verstärkt Flagge zeigen, was Information, Beratung und Behandlung von Tabakkonsumenten betrifft.

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"Rauchen ist der 'Einschleichdieb' der Gesundheit", sagte der österreichische Ärztekammerpräsident Walter Dorner am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Der Stellvertretende Generaldirektor des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Josef Probst: "Wenn in Österreich jährlich 12.000 Menschen am Tabakkonsum sterben, dann ist das ein sehr relevantes Problem."

"In Österreich rauchen 45 Prozent der über 15-Jährigen. Das sind drei Millionen Menschen. Österreich hat ein sehr gutes Gesundheitssystem, wir brauchen aber eine viel größerer Thematisierung von Gesundheit an sich. Mit gut 80 Jahren durchschnittlicher Lebenserwartung liegen wir im internationalen Vergleich recht gut. Aber wir Österreicher leben davon rund 20 Jahre mit Beeinträchtigungen", meinte Probst. Hier sei der Tabakkonsum ein wesentlicher Verursachungsfaktor.

In Österreich gibt es eine Vielfalt von Angeboten der Raucher-Entwöhnung im ambulanten und stationären Umfeld. Hinzu kommt beispielsweise das von der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse (NÖGKK) finanzierte Raucher-Telefon (0810-810-013 zu maximal zehn Cent Kosten pro Minute), bei dessen Psychologen als Beratern in den vergangenen fünf Jahren rund 8.400 Personen Rat und Hilfe gesucht haben. Ab heute, Dienstag, fährt in Wien eine "Linie Rauchfrei"-Straßenbahn, am 31. Mai dann auch über den Ring mit Beratungsangeboten etc.

Unzufrieden ist ÖÄK-Chef Dorner weiterhin mit den geltenden gesetzlichen Regelungen: "Das Tabakgesetz ist eher ein Schlag ins Gesicht der Nichtraucher. Wir werden in ganz Europa verlacht. Es ist so wie Vieles in Österreich: Nicht Fisch und nicht Fleisch. Es ist keine Vernunft dahinter. Die Krankenkassen sollten ein Drittel der Kosten der Rauchertherapie tragen, ein weiteres Drittel sollte aus der Tabaksteuer kommen. Das restliche Drittel sollte es den Menschen Wert sein, (durch Rauchverzicht, Anm.) Krankheiten hintan zu halten."

Probst will vor allem eine verstärkte gesellschaftliche Anstrengung, um den Tabakkonsum zurück zu drängen: "Die Anderen, die ein Riesengeschäft daraus machen, haben eine Riesenlobby." Man sollte die Mängel in Österreich analysieren und ohne Schuldzuweisungen gemeinschaftliche Strategien entwickeln. Dabei sollte auch nicht vor dem Verbot von Zigarettenautomaten zurück geschreckt werden. Der Stellvertretende Generaldirektor des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger: "In Irland, Norwegen, Schweden, Ungarn und Slowenien hat man die Automaten bereits verboten."