Erstellt am 31. Oktober 2011, 00:00

Weniger Kritik an Krankenhäusern. BERICHT / Bei der NÖ Patientenanwaltschaft wurden die Beschwerden über Spitäler weniger, über Niedergelassene mehr.

NÖ Patientenanwalt Gerald Bachinger und Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka mit dem neuen Tätigkeitsbericht der NÖ Patientenanwaltschaft und Info-Materialien. NLK/PFEIFFER  |  NOEN
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VON CHRISTINE HAIDERER

Ob zur Beratung wegen Fragen zur Patientenverfügung oder weil sie einen medizinischen Fehler vermuten – 1293 Menschen landeten letztes Jahr bei der NÖ Patientenanwaltschaft. Die meisten mit einer Beschwerde.

Diese haben übrigens im Vergleich zu 2009 bei niedergelassenen Ärzten, Heimen und „Sonstigen“ zu-, bei Rettung und Sozialversicherungen hingegen abgenommen. Bei den Krankenhäusern waren es um 42 Fälle weniger (insgesamt 532). Warum? „Weil die Ombudsstellen sehr gut funktionieren“, glaubt NÖ Patientenanwalt Gerald Bachinger.

Ombudsstellen gibt es seit vier Jahren an den einzelnen Standorten der NÖ Landeskliniken, in denen laut Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka zahlreiche Qualitätsmaßnahmen gesetzt werden.

Sobotka: „2010 hat es 920 Beschwerden gegeben.“ Insbesondere in Bezug auf Pflege, ärztliche Versorgung und Wartezeiten usw. Die meisten in großen Häusern wie St. Pölten, Tulln, Krems oder Wr. Neustadt. Schließlich sind dort laut Sobotka auch mehr Patienten und Personal.

Weniger Beschwerden in  kleinen Krankenhäusern

Hingegen: „Die kleinen Häuser haben die geringsten Beschwerdezahlen.“ Ähnliches zeigen auch die Beschwerdezahlen der NÖ Patientenanwaltschaft, bei deren Beurteilung die Größen der Häuser berücksichtigt wurden. Dabei hatten die wenigsten Beschwerden die Landeskliniken Mostviertel Waidhofen/Ybbs, Waidhofen/Thaya und Scheibbs. Ein Grund dafür ist laut Bachinger: „In kleinen Einrichtungen gibt es einen höheren Patientenkontakt.“

Betrachtet man alle Beschwerden bei der NÖ Patientenanwaltschaft, liegt beim Großteil kein medizinischer Fehler vor, sondern Kommunikationsprobleme zwischen Arzt und Patient. Übrig bleibt ein Drittel bis Viertel der Fälle, bei denen auch die Patientenanwaltschaft an einen Fehler glaubt. Bei diesen „haben wir eine Erfolgsquote von 90 Prozent, wo ein Vergleich geschlossen wird oder eine Summe aus dem Entschädigungsfonds fließt.“ Durch außergerichtlichen Vergleich kommen pro Jahr rund eine Million Euro an Entschädigungssummen über Haftpflichtversicher-
ungen zusammen.

Zusätzlich gibt es den Patienten-Entschädigungsfonds, der aktuell wird, wenn die Haftung fraglich ist oder eine katastrophale Komplikation vorliegt. Letztes Jahr wurden für 134 Fälle 1,8 Millionen Euro ausbezahlt.   www.lknoe.at<span style= ,

www.patientenanwalt.com ,

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