Erstellt am 07. Februar 2011, 08:43

Wenn das Wetter schmerzt. WETTER-FÜHLIG / Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka und Christa Kummer laden zu Vorträgen rund um Gesundheit und Wetter.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Warme Sonnenstrahlen, ein blauer Himmel, Menschen mit leichter Kleidung – wenn mitten im Winter der Frühling vorbeischaut, ist das wunderbar … allerdings nicht für jeden.
Denn für Wetterfühlige – und das ist etwa jeder dritte Österreicher – bedeutet ein solches Wetter Kopf- und Gelenksschmerzen, Migräne, Erschöpfung und Müdigkeit. Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka: „Wetterfühligkeit ist keine Krankheit, schränkt aber sehr wohl die Lebensqualität ein.“

Auch Klimatologin und Hydrogeologin Christa Kummer kennt das: „Ich bin selbst seit fast vier Jahrzehnten wetterfühlig.“ Wie Wetterfühligkeit entsteht, ist nicht geklärt. Aber es gibt neben vielen Auswirkungen des Wetters, die man fühlen kann (wie warm, kalt, feucht), auch noch unsichtbare Größen, wie Luftfeuchtigkeit oder Luftdruck. Oder: „Vor Gewittern steigt die Ionenkonzentration in der Luft an.“ Tiere reagieren darauf, in dem sie nervös werden. „Das alles sind Faktoren, die unbewusst auf unseren Körper und unsere Organe Auswirkungen haben.“

Jammern kostet nur Zeit, man kann auch was tun
Zwar kann man Gewitter, Föhn oder Kaltwetterfront nicht verhindern. Aber: „Man kann gegen alles etwas tun“, ist Kummer überzeugt. Und gegen Wetterfühligkeit hilft zum Beispiel ein gesunder Lebensstil. Das weiß Kummer aus eigener Erfahrung. In den Jahren, in denen sie Hochleistungssport betrieben hat, ist es ihr sehr gut gegangen, erinnert sie sich. Kaum war es aber vorbei mit disziplinierter Bewegung und gesunder Ernährung, kamen auch die wetterbedingten Beschwerden zurück.
Da Kopfschmerzen & Co. auch andere Ursachen haben können, sollten zunächst mögliche Krankheiten von einem Arzt ausgeschlossen werden.

• Sich bewegen. Und zwar: so viel wie möglich. Egal ob Walken, Laufen oder Radeln oder eine andere Aktivität – das Ziel sind 10.000 Schritte am Tag.
• Viel trinken. Mindestens 1,5 bis 2 Liter zum Beispiel Mineralwasser, Kräutertee braucht der Stoffwechsel des Körpers.
• Kneipp-Kuren: Wechselbäder, Wassertreten, Abhärten, bei entsprechender Konstitution auch kombiniert mit Sauna.
• Sich gesund ernähren. Dabei sollte man auf leichte Kost mit viel frischem Obst, Gemüse, Kräutern und Vollkornprodukten setzen – sofern keine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt.
• Komplementärmedizinische Methoden. Kummer hat viel ausprobiert, von Meditation über Energiearbeit bis hin zu Akupunktur. Ihr Fazit: „Alles das, was mir gut tut, mache ich.“ Das kann von Situation zu Situation sehr unterschiedlich sein.
Frische Luft, Kalt-Warm-Reize und Bewegung können übrigens der Grund sein, warum die Landbevölkerung weniger wetterfühlig ist als die Stadtbevölkerung.

Mehr Tipps & Infos rund um Wetter und Gesundheit gibt es bei den Vorträgen von Christa Kummer „Klimawandel Wetter – Gesundheit“ der Initiative Gesundes NÖ im März und im April (erster Termin: 4. März in Waidhofen/Thaya), in der neuen Broschüre (www.gesundesnoe.at) und in den Büchern von Gesundes NÖ (Hotline 02742 / 226 55).