Erstellt am 11. Juni 2012, 00:00

Wenn es brennt. INFEKTIONEN / Ein zu lange getragener, nasser Badeanzug und falsche Intimpflege machen anfällig für Bakterien, Pilze & Co.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Die Sonne strahlt. Der Pool lockt. Und die Sonnenliege wartet. So richtig erholsam. Doch dann, ein paar Tage später, beginnt es zu jucken. Ein Pilz?

„Nicht jede Infektion ist eine Pilzinfektion“, betont Doris Linsberger, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Krems. Sehr viel häufiger sind Bakterien die Ursache. Es können aber auch Chlamydien oder Herpesviren sein.

Um herauszufinden, worum es sich wirklich handelt, ist es wichtig, genau auf die Symptome zu achten. Juckt es oder brennt es? Gibt es einen Ausfluss? Riecht dieser unangenehm?

Warum das wichtig ist? Zum Beispiel: „Bakterien vermitteln das Gefühl des Brennens.“ Und meist gibt es einen übel riechenden Ausfluss. Pilze sind hingegen gekennzeichnet durch Juckreiz, eine Rötung und einem weiß-bröckeligen Ausfluss.

Warum kommt es eigentlich zu einer Infektion? Zwar kann der Grund der Infektion der sein, dass der Körper mit sehr, sehr vielen Keimen konfrontiert wurde. Oft jedoch liegt die Ursache darin, dass das Gleichgewicht des Scheidenmilieus gestört war und dieses damit anfälliger auf Keime wurde.

Im Gleichgewicht gehalten wird das Milieu von Natur aus durch Milchsäurebakterien. Sie produzieren Milchsäure und sorgen so für einen sauren pH-Wert von 3,8 bis 4,5, erläutert Linsberger. Gibt es einen Mangel an Milchsäurebakterien, kann das Gleichgewicht kippen, der pH-Wert kann sich in Richtung alkalisch bewegen.

Kleidung, Antibiotika &  hormonelle Schwankungen

Das Gleichgewicht stören können beispielsweise synthetische Unterwäsche, aggressive Pflegeprodukte oder auch ein feuchtwarmes Klima im Intimbereich (durch enge Hosen, Bikinis, die man auf der Haut trocknen lässt, usw.). Empfindlicher reagieren können Frauen zum Beispiel auch, wenn sie das Chlor im Pool nicht vertragen. Das Milieu stören können darüber hinaus auch Antibiotika-Therapien oder auch hormonelle Schwankungen (zum Beispiel im Wechsel oder in der Schwangerschaft). Wie lässt sich eine Infektion verhindern? „Das Sinnvollste gegen eine vaginale Infektion ist es, das Scheidenmilieu aufrecht zu erhalten“, so Linsberger.

Zum Beispiel durch die richtige Pflege. „Die sinnvolle und nicht übertriebene Hygiene ist ganz wichtig für das Aufrechterhalten des Vaginalmilieus.“ Viele Frauen jedoch kümmern sich zu wenig um die Pflege oder verwenden Seife und Duschgel. Auf die jedoch sollte man verzichten, weil sie alkalisch sind und damit den pH-Wert negativ beeinflussen. Zu einer sinnvollen Hygiene zählen auch Milchsäure- und Aloeprodukte. Wenn man älter und die Haut trockener wird, kann man sich täglich mit Vaseline (weil die nicht allergen ist) pflegen, rät Linsberger.

Vorsicht: Viele Frauen glauben, sie könnten sich durch die Verwendung eines Tampons beim Schwimmen vor einer Infektion schützen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, warnt Linsberger. Braucht man tatsächlich einen Tampon, sollte man ihn danach so schnell wie möglich wechseln.


TIPPS
  • Intimbereich sauber und trocken halten.
  • Am WC immer von vorne nach hinten wischen. Und nie zweimal das gleiche Stück Toilettenpapier verwenden.
  • Desinfizierende Mittel sollten nur nach ärztlicher Verordnung verwendet werden. Für die Intimpflege spezielle pH-neutrale, unparfümierte Produkte verwenden (z. B. Intimpflegeschaum mit Milchsäure, Aloe und Hamamelis, aus der Apotheke).
  • Unparfümierte, luftdurchlässige Slipeinlagen verwenden und regelmäßig wechseln.
  • Das Tragen von Unterwäsche aus Kunstfasern und zu engen Hosen vermeiden.
  • Eigenes Handtuch für den Intimbereich verwenden.


Quelle: www.gesundescheide.at
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