Erstellt am 16. Mai 2011, 07:49

Wenn nichts mehr Sinn macht. ELFRIEDE KASTENBERGER, Psychotherapeutin und Ärztin in Baden, über Depression.

 |  NOEN
Depression ist sehr häufig, jeder siebente, achte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens daran.

Man könnte Depression gut als „-LOSIGKEITS-Krankheit“ bezeichnen: FREUD-losigkeit, ANTRIEBS-losigkeit, INTERESSE-losigkeit, besonders die SCHLAF-losigkeit, oft auch APPETIT-losigkeit (manchmal auch zu viel Appetit), RUHE-losigkeit und oft auch Ängste machen den Betroffenen das Leben zur Qual. Das Dasein erscheint düster, AUSSICHTS-los und SINN-los. Die Anforderungen des Alltags sind kaum zu bewältigen, erfordern unmäßige Anstrengung. Und das führt zum Gefühl der WERT-losigkeit und zu Schuldgefühlen. Die schlimmste Folge können Todeswünsche, manchmal auch Selbstmord sein.

Oft versteckt sich Depression hinter körperlichen Beschwerden und wird auch häufig nicht erkannt: besonders Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen, unklare Bauchschmerzen, Schluckbeschwerden, Schwindel, Erschöpfung und Zungenbrennen sind typisch. Da die Durchuntersuchungen keinen auffälligen Befund ergeben, verstärken sich Angst, Verzweiflung und Schuldgefühle. Menschen, die an Depression erkrankt sind, fällt es besonders schwer, Hilfe zu suchen. Es ist die wichtigste Aufgabe der Angehörigen bzw. der Umgebung, die an Depression Erkrankten darin zu unterstützen.

Depression ist nämlich gut behandelbar! Wichtig ist der erste Schritt, der Schritt zur Diagnosestellung und zur Therapie. Die Therapie besteht aus Psychotherapie und bei schwerer Depression zusätzlich Antidepressiva. Sie unterstützen den Weg aus dem „schwarzen Loch“. Licht-Therapie und sanftes Ausdauertraining können unterstützend wirken. Wichtig ist auch die Entlastung der Erkrankten im Alltag. Damit können die Betroffenen wieder zu ihrer Lebensfreude finden.

fibro@gmx.at

Elfriede Kastenberger istMitglied des Landesverbands für Psychotherapie (NÖLP), www.psychotherapie.at/noelp