Erstellt am 26. Dezember 2011, 00:00

Wenn’s laut knallt. OHREN / Von rechts schießt ein Kracher vorbei, links ein Schweizer – zu Silvester haben Knallkörper Hochsaison.

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Neben der Gefahr, dass Knaller in der Hand losgehen und diese schädigen können, bedrohen sie auch die Ohren.

Johannes Schobel, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten in St. Pölten: „In der Hand eines Fachmannes ist ein Feuerwerk für ein normales Gehör kein Problem. Das Problem sind die Kracher.“ Und das gilt auch schon für Schweizer.

Jedes Jahr behandelt er – wie jede größere Praxis – bis zu zehn Patienten, die dank Silvester Probleme haben. Typisch ist das akute Knalltrauma. Dabei kann eine Hörverschlechterung auftreten. Ist diese nach einigen Tagen verschwunden, kann auch ein Tinnitus zum Vorschein kommen. Selten, aber möglich ist auch eine gesteigerte Lärmempfindlichkeit. Ein Beispiel dafür: „Man kann das Staubsaugergeräusch nicht mehr ertragen.“ Wenn der Kracher direkt neben dem Ohr explodiert, kann auch Schwindel auftreten oder sogar das Trommelfell zerfetzt werden.

So rasch wie  möglich zum Hörtest

Wenn wirklich ein Knall direkt am Ohr aufgetreten ist, und man das Gefühl hat, „es ist dumpf, verschlagen oder das Klingeln hat bis zum nächsten Morgen nicht aufgehört, dann sollte man so rasch wie möglich einen Hörtest machen lassen“, rät Schobel. Das Problem: Bei einem Knalltrauma wird ein mechanischer Schaden verursacht. Selbst wenn etwa hoch dosiertes Cortison eingesetzt wird, um den Reparaturvorgang zu fördern, wird nicht alles wieder gut. „Ein Teil des Schadens regeneriert sich, ein Teil bleibt bestehen.“ Um das zu verhindern:

Nicht zu nahe an den Kracher herangehen. Zwei, drei Meter Entfernung!

Ohrstöpsel tragen, wenn man auf einem Silvesterpfad unterwegs ist.