Erstellt am 15. November 2010, 00:00

Wertvolles Ich. FRAUSEIN / Mit kleinen Übungen und Tätigkeiten – wie intelligent sitzen, lachen und mehr auf sich selbst schauen – lässt sich der Alltag leichter meistern.

 |  NOEN
VON CHRISTINE HAIDERER

Manche Frauen haben als Kind gelernt, dass der Vater, also der Mann, besondere Vorteile genießt. Zum Beispiel das letzte Schnitzel am Mittagstisch bekommt. Mit Leistung wollen sie das Problem, selbst kein Mann zu sein, ausgleichen. Manch andere haben das Gefühl, nicht so sehr geliebt zu werden, und sind daher besonders gefällig und gehorsam … Egal, welche Gründe es für so manches Verhalten gibt, wenn man erwachsen ist, braucht man nicht mehr wie ein Kind zu reagieren. Sondern. „Wir dürfen selbstbestimmte Frauen sein“, betonte Monika Herbstrith bei der Frauengesundheitsenquete „Gesundheit für Sie“ in St. Pölten.

Auf sich achten und intelligent sitzen!

Das bedeutet auch, dass man selbst der wichtigste Faktor ist, damit es einem gut geht. „Die wertvollste Anerkennung, die wertvollste Liebe ist die, die ich mir selbst gebe“, meint Herbstrith, die sich erinnert, dass Professor Samy Molcho einmal zu ihr gesagt hat: „Es gibt genau einen Menschen, der Ihren Selbstwert verletzen kann und das sind Sie selbst – sonst wäre es ein Fremdwert.“ Dazu braucht es keinen Einfluss von draußen. „Wir selbst haben es in der Hand, den Selbstwert zu pflegen.“

Wer sich wertvoll und stark fühlen will, kann zum Beispiel mit seiner Körperhaltung anfangen. Anstatt im Sessel zu hängen und zu sagen: „Ich schaffe heute alles“, was einem keiner abkauft, nicht einmal man sich selbst, sollte man gerade und aufrecht sitzen und das Selbst (eine Stelle oberhalb der Brust) nach oben strecken. Man sollte also intelligent sitzen. Dann nämlich glaubt man sich auch, dass man heute alles schaffen wird. Weil die Körperhaltung Einfluss auf das Gehirn hat. Der Vorteil: „Intelligent sitzen macht unser Hirn leistungsfähiger.“

Hüpfen und lachen bei Stress

In Stresssituationen kann man auch eine andere Übung ausprobieren. Die Beine leicht auseinander aufstellen, dann auf- und abhüpfen und gleichzeitig sagen: „Ich bin depressiv“. Innerhalb kürzester Zeit wird sich ein Lächeln breit machen. „Es ist gut bei Stress, wenn man sich geärgert hat, wenn man eine gute Stimmung braucht“, meint Herbstrith über die Übung der CliniClowns.

Lachen ist generell gut und gesund. „Lachen ist inneres Jogging. Die Organe werden durchblutet, es ist kreativ.“ Und: „Außerdem ist Lächeln die beste Art, die Zähne zu zeigen und das beste Mittel gegen Stress.“ Also an etwas denken, das einem zum Lachen oder zum Lächeln bringt!

Noch ein Tipp: Zuerst auf sich selbst schauen! Viele Frauen haben so viele Aufgaben zu erfüllen, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse aus den Augen verlieren. Sie sollten das Stewardessen-Prinzip beherzigen, meint Herbstrith. Also: „Zuerst sich selbst mit Sauerstoff versorgen, um dann den anderen helfen zu können.“

„Wer den Tag mit Lachen beginnt, hat ihn bereits gewonnen.“ – Mehr Sprüche wie diesen gibt es auf: www.impuls.at