Erstellt am 10. Februar 2014, 23:59

Wie man mit Ärzten spricht. Vorträge / Für Arzt und Patient ist die Kommunikation wichtig, um Krankheiten zu erkennen und zu verstehen. Tipps und Infos dazu gibt es bei Vorträgen der NÖ Gebietskrankenkasse.

Von Christine Haiderer

„99 Prozent der Diagnosen entstehen dadurch, dass ich zuhöre“, betont Martina Schmid, Allgemeinmedizinerin in St. Pölten, und vergleicht das Arztgespräch mit einem CSI-Fall.

Ärzte als „Medizin-Kriminalisten“ dem Täter auf der Spur

„Ich versuche, mit dem Patienten den Täter zu finden.“ In diesem Fall die Krankheit. Und: „Je nachdem, welche Hinweise er mir gibt, habe ich eine Spur.“ Damit diese bestätigt werden kann, werden Untersuchungen gemacht.

Es geht also darum, dass Ärzte zuhören – auch wenn das angesichts großer Mengen an Patienten oft nur schwer möglich ist – und darum, dass der Patient die richtigen Hinweise gibt. In den Vorträgen „Arztgespräch, Laborwerte, Befunde & Co. – Im Dschungel der medizinischen Fachbegriffe“ plädiert sie daher, dass Patienten sich nicht davon abbringen lassen sollten, wenn sie Details erzählen möchten, die ihnen wichtig erscheinen. „Als Patient kann man seine Situation schildern, versuchen, nichts zu vergessen.“

Klarheit verwandelt sich oft in großes Fragezeichen

Auf der anderen Seite geht es auch darum, dass Patienten verstehen, was ihnen der Arzt sagt, welche Blutwerte im normalen Bereich sind und welche nicht. Und was das dann jeweils bedeutet.

Beim Arzt selbst scheint oft alles klar, zu Hause aber dann nicht mehr. Schließlich enthält beispielsweise ein Laborzettel viele unbekannte Abkürzungen, Informationen in Englisch, andere in Latein usw.  (Schmids Buchtipp: „Laborwerte“ von Wilfried P. Bieger und Nicole Schaenzler, erschienen im GU-Verlag).

„Bei schweren Erkrankungen würde ich zur Befundbesprechung jemand mitbringen, dem man vertraut“, so Schmid. Immerhin: „Vier Ohren hören mehr als zwei.“ Wenn es niemanden gibt, kann man sich Papier und Bleistift einstecken und mitschreiben. Dann ist der Gesundheitszustand zu Hause vielleicht leichter zu verstehen.

Apropos Stift und Zettel: Wer Angst hat, er könnte vergessen, eine wichtige Frage zu stellen, kann sich diese noch bevor man zum Arzt geht aufschreiben und mitnehmen. Übrigens: „Es gibt keine blöden Fragen, wenn es um die Gesundheit geht.“


Vorträge:

In den Vorträgen der NÖ Gebietskrankenkasse dreht sich alles um den Besuch beim Arzt. Es gibt Beispiele für Krankengeschichten, für Laborbefunde … Eigene Blutbefunde mitbringen können die Zuhörer aber nicht. Damit sollte man zum eigenen Arzt gehen.

Termine gibt es verteilt auf ganz NÖ, Infos dazu bei den Servicecentern und auf: www.noegkk.at