Erstellt am 18. November 2012, 20:03

Zu viel ist ungesund. Geschenke / Computerspiele und Fernsehen sollten von Kindern nur in Maßen genossen werden. Wird es übertrieben, schadet es dem Lernen.

Von Christine Haiderer

Weihnachten rückt immer näher. Die ersten Wunschzettel werden geschrieben. Darauf zu finden sind auch Computerspiele & Co. Was Fernsehen und Computer betrifft, sollte man es allerdings nicht übertreiben. Gerade bei kleinen Kindern.

Warum? Dafür gibt es für den  Psychiater Manfred Spitzer viele Gründe. Zum Beispiel: „Wenn Sie fernsehen, bewegen Sie sich weniger, als wenn Sie nichts tun“, erläuterte der Autor des Bestsellers „Digitale Demenz“ beim Symposium „Kinder in Bewegung“ von Sportland NÖ. Dazu kommt, dass Werbung zu ungesunden Nahrungsmitteln inspirieren kann.

Außerdem: Eine deutsche Studie ergab, dass Kinder, die weniger als eine Stunde pro Tag fernsehen, Menschen viel genauer zeichnen können, als jene, die das über zwei Stunden täglich tun. Letztere schafften nur grobe Strichmaxerl. Eine Studie aus Neuseeland zeigte, dass unter Kindern, die weniger als eine Stunde schauten, später mehr als 40 Prozent einen Uni-Abschluss schafften. Bei denen, die mehr als drei Stunden schauten, waren es nur bei 10 Prozent.

Heutzutage verbringen die Menschen besonders viel Zeit mit Medien. „Wir haben heute einen Medienkonsum von 7,5 Stunden täglich“, so Spitzer. In diesen fallen auch Computerspiele. Ein Problem dabei: PC-Spiele nehmen die Kontrolle. Ein Fehlen der Kon-trolle bedeutet Stress. Und Stress wiederum tötet Nervenzellen im Gehirn. Darüber hinaus haben Spiele eine Suchtkomponente. Das Prinzip dahinter: Wenn eine Taube immer, wenn sie auf einen Schalter drückt, eine Belohnung erhält, wird sie weiter draufdrücken. Bis es irgendwann keine mehr gibt. Dann hört sie auf. Kriegt sie aber ab und zu eine Belohnung – also zufällig – pikt sie bis zu 10.000 Mal drauf. Beim Computerspiel ist es ein Drache oder ein Ausrüstungsgegenstand, der zufällig auftaucht, und den Spieler, der darauf wartet, lange an das Spiel fesselt. Ein weiteres Problem ist, dass durch PC-Spiele laut Spitzer Aufmerksamkeitsstörungen drohen. Denn: Beim Spielen ist der ganze Bildschirm im Blick. Von überall könnte ein Gegner auftauchen, auf den man reagieren muss. Daher lenkt man die Aufmerksamkeit auf viele Bereiche gleichzeitig. „Man trainiert sich die Fokussierung ab.“ Die Folge: Man kann sich nicht auf eine eizige Sache konzentrieren – ein Kennzeichen von Aufmerksamkeitsstörungen. Fürs Gehirn förderlich sind laut Spitzer hingegen mehr Bewegung und beispielsweise auch Fingerspiele, mit denen viele zählen gelernt haben. www.sportlandnoe.at