Erstellt am 04. Mai 2011, 09:48

Zur Vorsorge & Therapie. SYMPOSIUM / In der Impfforschung gibt es auf vielen Gebieten Entwicklungen.

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VON CHRISTINE HAIDERER

Viele Krankheiten, die heute kaum ein Thema sind, hatten früher schwere Folgen. „Zu meiner Zeit waren in jeder Volksschulklasse ein, zwei Kinder im Rollstuhl“, erinnert sich Alexander von Gabain, Organisator des 5. Semmering Vaccine Symposiums letztes Wochenende in Baden. Impfaktionen nahmen der Kinderlähmung später den Schrecken. Wenngleich auch Impfungen zu dieser Zeit noch mehr Nebenwirkungen hatten als heute.
Seitdem wurde viel geforscht und entwickelt, um Impfstoffe sicherer und wirkungsvoller zu machen. Zum Beispiel wurden früher ganze abgetötete Erreger zur Herstellung verwendet, heute sind es nur noch Teile davon. Dadurch bleiben nur die Strukturen übrig, die man braucht, und es fallen viele Komponenten weg, die möglicherweise unerwünschte Effekte verursachen können.

Geforscht wird auch im Bereich Krebs und Impfen. „Es gibt Ansätze, die vielversprechend sind“, meint Thomas Decker, ebenfalls Organisator des Symposiums. Einige davon waren auch Thema des Symposiums mit 150 Experten aus der ganzen Welt. Zum Beispiel Impfstoffe, die bei bestehenden Infektionen das Immunsystem ankurbeln. „Der erste therapeutische Krebsimpfstoff gegen Prostatakrebs geht zur Zulassung“, so von Gabain.
Ein anderes Thema ist Allergie und Immunsystem. Ob eine Impfung wirkt oder nicht, hat auch etwas damit zu tun, wie es dem Immunsystem des Geimpften geht, was er isst, wie die Darmflora aussieht … So wurde einmal ein Impfstoff gegen Durchfall an Bewohnern eines teuren Pariser Wohnviertels getestet. Die gewünschte Reaktion trat ein. Doch: „Der gleiche Impfstoff in Afrika hat nicht funktioniert“, erzählt von Gabain.  www.viennavaccines.com