Erstellt am 08. August 2013, 09:00

Zwischen Rollstuhl und Stützstrümpfen. Service / Für Patienten, die sich im Dschungel der Bewilligungen verirren, gibt es bei der NÖGKK Hilfe.

Was bewilligt wird, unterliegt Regeln. Versteht ein Patient eine Ablehnung nicht, kann er bei der Ombudsstelle anrufen. Ombudsfrau Ilse Schindlegger: „In einem Gespräch kann man mehr lösen als auf dem Papier.“NÖN  |  NOEN, NÖN
Von Christine Haiderer

Was ist eigentlich zu tun, wenn einem der Arzt Stützstrümpfe verordnet, und man will, dass diese von der NÖ Gebietskrankenkasse bezahlt werden?

Dann schnappt man sich den Schein, auf dem der Arzt bestätigt, dass man sie braucht, und geht zur nächsten NÖGKK-Servicestelle, um es bewilligen zu lassen. Doch Vorsicht: Nicht jede Leistung wird von der Kasse bezahlt. Fahrten mit dem Krankenwagen beispielsweise werden nicht immer ganz bezahlt. NÖGKK-Ombudsfrau Ilse Schindlegger rät daher schon beim Arzt beziehungsweise im Krankenwagen nachzufragen, was bezahlt wird und was man selbst zahlen muss.

Ombudsstelle: Case-Manager & helfen rasch

Wer schnell wissen will, ob etwa ein bestimmter Heilbehelf übernommen wird, kann die Hotline anrufen: 050899-6100. Und Menschen, die mehr als nur eine einfache Bewilligung brauchen, oder die sich mit dem System nicht auskennen, können in der Servicestelle nach dem Case-Manager fragen.

Niederösterreichweit begleiten 76 von ihnen Menschen nach einem Unfall, bei Erkrankungen … Zu Menschen, die nicht in die Servicestelle können, kommen Case-Manager auch nach Hause.

Unterstützungsfonds für schwierige Fälle

Und dann gibt es auch noch die Ombudsstelle für ganz NÖ (0810/200150, Ortstarif oder 05 08 99 5011). 2012 beschäftigte man sich hier mit 3.409 Fällen. „Zwei Drittel davon konnten positiv erledigt werden“, so Schindlegger. Oft melden sich Patienten, deren Bewilligungen abgelehnt wurden. Da dies gemäß vorgegebener Regeln passierte, lässt sich meist nicht viel machen. Wer sich etwa nach der Schwangerschaft am Bauch Fett absaugen lässt, wird keine Chance haben.

Für besonders schwierige Fälle aber gibt es den Unterstützungsfonds. Mit dessen Hilfe sind Förderungen etwa für Sozialschwächere möglich. NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter: „Da geht es um schwer kranke, verzweifelte Menschen, um tragische Schicksale – und deshalb hat für mich als Obmann in diesen Einzelfällen Menschlichkeit oberste Priorität.“