Erstellt am 22. April 2013, 12:57

Biomasse schafft Wärme. Die Bioheizwerke des Energieverbandes Niederösterreich verwenden ausschließlich Waldhackgut zur Energiegewinnung. Die Industrie hingegen heizt auch mit Stroh, Rüben und Biomüll.

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Wenn man nun den Weg der Hackschnitzel aus Hubertus Suttners Wald weiterverfolgt, trifft man unweigerlich auf die Organisatoren der regionalen Zulieferer, den „Niederösterreichischen Waldverband“. Das ist eine Dachorganisation der forstlichen Gemeinschaften in Niederösterreich. Der Verband ist, sozusagen das Bindeglied zwischen dem Waldbesitzer und dem Biomasseheizwerk.
Per Lastkraftwagen oder Bahn werden die Hackschnitzel zum Bioheizkraftwerk gebracht. Vorort wird das Hackgut auf einer Brückenwaage gewogen und nach seinem Feuchtigkeitsgehalt geprüft. Je trockener das Holz ist, um so höher ist die Qualität. So entsteht auch der Preis für die Ware.
Eine kleine Probe jeder Lieferung kommt in einen Trockenofen und wird dann drei Wochen aufbewahrt zum Qualitätsbeweis.
Es ist beeindruckend zuzuschauen, wenn Berge von Hackschnitzel von der Ladefläche des Lastkraftwagens in die Grube auf das darin befindliche Förderband geschüttet werden. Unterirdisch gelangt das Holz dann in einen Silo.

„Der einfache Kreislauf des Wassers!“

Wolfgang Mayer, Mitarbeiter im EVN - Bioheizkraftwerk Baden, gewährt einen kurzen Blick ins Innere der Anlage.
In einem riesigen Feuerkessel wird das Holz verbrannt und durch die entstehende Wärme Wasser erhitzt. Dieses heiße Wasser leitet man durch Rohre zu den Haushalten in Baden und Umgebung. Bis zu 10.000 Haushalte können mit Fernwärme versorgt werden. Eine Ringleitung befördert das abgekühlte Wasser wieder retour und es wird erneut aufgeheizt.
Durch das Erhitzen des Wassers entsteht Dampf, und dieser Dampf treibt eine Turbine an, die über einen Generator Strom erzeugt. Dieser Strom versorgt ebenfalls 10.000 Haushalte. Das Kraftwerk produziert somit Naturstrom und Naturwärme aus Holz in der modernsten Form.

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In Österreich wird die EVN in den nächsten Jahren bis zu 800 Millionen Euro in erneuerbare Energie investieren. 63 EVN-Biomasseanlagen sind aktiv in Niederösterreich und viele weitere in Planung.
Biomasse kann, laut dem Biomasseverband, fest, flüssig oder gasförmig sein. Doch in Österreich wird Biomasse vorwiegend in der Form von Holz genutzt. Dazu zählen Scheitholz, Waldhackgut, Industrierestholz und Holzpellets. Biogaswerke verwenden auch andere Biomasse, wie Mist, Gülle, Gras und Mais, sogenannte „Ausputzware“ die für nichts anderes mehr verwendet werden kann. Der Landwirt und Waldbesitzer Hubertus Suttner findet: „Das ist eine gute Art des Recyclings. So finden auch pilzbefallene Pflanzen eine sinnvolle Verwertung!“

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