Erstellt am 13. Februar 2014, 15:02

Das Sparen lässt sich planen. Um Überraschungen bei Heizkosten und Stromverbrauch zu vermeiden, rät Bauexperte Andreas Oberhuber zu zwei Geheimwaffen: Planung & Beratung.

Laut FGW-Leiter Andreas Oberhuber spielt der Wohnbau eine große Rolle bei den von der EU vorgegebenen Energiezielen für 2020.  |  NOEN, zVg
NÖN: Wie wichtig sind Wärme und Energie überhaupt fürs Wohnen?
Oberhuber:
Das Energiethema wird oft nur eingeschränkt betrachtet, sollte aber breiter gesehen werden. Schließlich spielt der Wohnbau auch eine große Rolle beim Erreichen der von der EU vorgegebenen Energieziele für das Jahr 2020. Zudem geht es hier auch um die Leistbarkeit von Energie und die Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten. Deswegen muss der Anteil erneuerbarer Energien erhöht werden – und zwar auch im Wohnbereich.

Was sind die wichtigsten Tipps für Häuslbauer, um das Haus energieeffizient zu gestalten?
Eine gute Planung, die auch auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein sollte. Grundsätzlich gilt: Je kompakter ein Gebäude geplant wurde, desto Energie sparender ist es.

Dabei sollte man auch die Grundstückslage berücksichtigen und Glasflächen so planen, dass die Sonnenenergie optimal ausgenutzt werden kann. Wichtig sind auch eine Energieberatung, eine professionelle Bauausführung, eine Kostenanalyse – und zwar auf die Gebäudelebensdauer – und eine eigene Förderberatung. Gleich nach der Fertigstellung des Hauses empfehle ich einen Blower Door-Test, damit Ausführungsfehler gleich behoben werden können.



Was sind die wichtigsten Maßnahmen, um die Energieeffizienz bestehender Häuser zu erhöhen?
Als klassische Maßnahme gilt natürlich: Dämmen – vor allem bei der Kellerdecke und der obersten Geschoßdecke, denn hier kann die meiste Wärme verloren gehen.

Viele Möglichkeiten bieten auch neue Fenster und Türen, da es hier in den vergangenen Jahrzehnten große technische Fortschritte gegeben hat. Außerdem kann man die Haustechnik optimieren und auf verbrauchsarme Haushaltsgeräte setzen. Außerdem sollte man auch das eigene Wohnverhalten hinterfragen, zum Beispiel, was das Lüften betrifft.

Welche Rolle spielt hier der Energieausweis?
Der Energieausweis ist eine Orientierungshilfe, um den Heizwärmebedarf eines Gebäudes zu ermitteln und das Energiebewusstsein zu stärken. Wenn man um eine Wohnbauförderung ansucht, ist der Energieausweis ohnehin verbindlich. Allerdings handelt es sich hier um rein rechnerische Werte, die nicht den tatsächlichen Energieverbrauch darstellen. Letztendlich spielt hier auch das Wohnverhalten mit und man ist somit auch selbst verantwortlich für den Heizbedarf.

Was sind die wichtigsten Förderungen fürs Bauen und Wohnen in Bezug auf das Heizsystem?
Wenn man in Niederösterreich um eine Wohnbauförderung ansucht, ist der Einbau eines energieeffizienten Heizsystems verbindlich. Die Förderschiene orientiert sich an einem Punktesystem: Je nach Heizsystem kann man etwa zwischen zehn und 30 Punkte erreichen, insgesamt sind 100 Punkte möglich.

Jeder erfüllte Punkt bringt 300 Euro. Somit ist eine maximale Förderung von 30.000 Euro als Direktdarlehen des Landes möglich.
Das Fördersystem ist sehr komplex, deswegen ist es auf jeden Fall empfehlenswert, sich genug Zeit für eine Beratung zu nehmen. Schließlich baut man ja meist nur einmal im Leben.

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