Erstellt am 13. Januar 2014, 14:00

Debatte um Windkraft. Erneuerbare Energie / Die IG Windkraft sieht den Energiefahrplan 2030 für NÖ wegen der Zonierung gefährdet. Das Land widerspricht.

Von Gina Christof

„Der Windkraft in Österreich geht es sehr gut“, fasst Stefan Moidl, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft (IG) Windkraft, das Jahr 2013 und die Prognosen für 2014 zusammen. So werden voraussichtlich in diesem Jahr in NÖ 76 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 229 Megawatt (MW) errichtet werden. 2013 waren es im Vergleich dazu nur 46 Anlagen, die 119 MW Strom liefern.

Jedes Projekt sollte umgesetzt werden

Zu Denken gibt der IG Windkraft jedoch der im Dezember vorgestellt Zonierungsplan für NÖ, laut dem nur zwei Prozent der Gesamtfläche für neue Windkraft genutzt werden dürfen. So bezweifelt Moidl, dass NÖ auf dieser Basis wirklich die Ziele des Energiefahrplans 2030 einhalten kann: „Die Erreichbarkeit der Zielsetzung ist wegen der drastischen Einschränkungen infrage gestellt.“

Denn will NÖ bis 2020 wirklich 50 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie speisen, so sei es wichtig, dass jedes Windkraftprojekt umgesetzt und genehmigt wird. Genau hier sieht jedoch Martin Steininger, Vorstand von Windkraft Simonsfeld, das Problem: „Ich glaube nicht, dass, wenn zwei Prozent als Eignungszone ausgewiesen sind, in den zwei Prozent wirklich alles gebaut wird.“

Hickhack um Genehmigungen

Denn die endgültige Bewilligung für einen Windpark sei in NÖ viel zäher zu bekommen als beispielsweise im benachbarten Burgenland, das 2013 sogar erstmals stromautark geworden ist.

Gut sehen könne man das unter anderem auch an den Bürgerbefragungen zur Errichtung von Windparks, die in den vergangenen zwei Jahren in fünf niederösterreichischen Gemeinden durchgeführt wurden. „Wenn ich heute drüber nachdenke, hat überhaupt nur noch ein Projekt von allen positiv entschiedenen Projekten die Chance, eine Genehmigung zu bekommen“, meint Steininger.

Auch Moidl sieht die Zukunft der Windkraft in NÖ darin, wie die zwei Prozent Eignungsfläche tatsächlich genutzt werden: „Entscheidend ist auch, wie in NÖ in Zukunft damit umgegangen wird.“

Hälfte aller Windräder des Landes steht in NÖ

Insgesamt 113 der 872 Windräder in Österreich wurden allein 2013 errichtet. Damit mache die Windkraft nun 5,8 Prozent der gesamten Stromversorgung in Österreich aus, so Stefan Moidl. Wurde auch mehr als die Hälfte der Windräder im vergangenen Jahr im Burgenland errichtet, so stehen in NÖ immer noch mehr als 50 Prozent aller Windräder. „Der positive Ausbau des Jahres 2013 wird im Jahr 2014 übertroffen werden“, schätzt Moidl.

In der Abteilung für Umwelt und Energie des Landes NÖ ist man indes davon überzeugt, dass der Energiefahrplan 2030 eingehalten werden wird. Trotz der Windkraft-Zonierung.