Erstellt am 19. September 2011, 00:00

Der Tisch ist reich gedeckt. WILDOBST / Die Vorfahren des heutigen Obstbaus – Schlehe, Quitte, Eberesche, Sanddorn, Hagebutte, Felsenbirne & Co. – sind jetzt reif.

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VON TINA WESSIG

„Wir beobachten, dass Wildobstbäume wie Wildapfel, Wildbirne, Vogelkirsche oder Edellaubhölzer wie Speierling und Elsbeere immer seltener werden“, sagt Alexandra Wieshaider, Leiterin der Österreichischen Bundesforste im Biosphärenpark Wienerwald. Dabei seien sie nicht nur eine Bereicherung des Landschaftsbildes, sondern würden auch einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen. Zum Wildobst zählt man u. a. die Felsenbirne, Hagebutte, Sanddorn, Schlehdorn, Holunder, Vogelbeeren, Eberesche, Weißdorn und Zierquitte. Sie alle inspirierten die Menschen zum Obstbau. Durch stetiges Kultivieren sind unsere heutigen Obstsorten entstanden.

Aus den Reihen des Wildobstes ist für uns zwar nicht alles essbar – vielfach aber gekocht in Form von Mus, Relish oder Chutney, Saft, Marmelade oder Kompott – und die Tierwelt hat in den Früchten ein reiches Nahrungsangebot. „Es ist uns ein Anliegen, heimische, vom Aussterben bedrohte Wildobstarten zu erhalten und zu fördern. So haben wir viele Projekte zum Schutz gefährdeter Baum- und Straucharten gestartet. Im Wienerwald etwa genießen Elsbeere und Speierling besonderen Schutz – jedes Jahr werden Wildobstbäume nachgepflanzt und bestehende Bäume gepflegt“, appelliert Wieshaider auch an die Naturgärtner im Land, den Wildobstsorten ihren Platz einzuräumen. Die wilden Früchtchen sind nicht nur lecker, sondern auch äußerst dekorativ: Zusammen mit malerisch verfärbten Blättern und Spätblühern machen sie den Reiz des Herbstes im Garten aus.

„Wild“ heißt nicht ungezähmt,  sondern züchterisch pur

„Wildobst-Maßnahmen setzen wir nicht nur im Wienerwald, sondern auch in unserem Forstbetrieb Waldviertel-Voralpen und im Nationalparkbetrieb Donau-Auen“, erzählt Wieshaider. „Wild“ heißt in dem Zusammenhang nicht, dass es sich um Pflanzen mit ungebändigtem Wuchs, geringem Zierwert oder kleinem Fruchtertrag handelt. Der Begriff bezieht sich darauf, dass die Pflanzen züchterisch nicht oder nur wenig bearbeitet wurden.

Schon seit rund 2000 Jahren waren in Ostasien etwa die heilenden Kräfte des Sanddorns (Bild) bekannt. In Europa tauchte er als Heilmittel erst in den Kräuterbüchern des Mittelalters auf. Die Früchte sind gesund, enthalten sie doch viele Vitamine, Spurenelemente und andere bioaktive Stoffe. Der Sanddorn erreicht als Strauch eine Höhe von drei bis fünf Metern, seine Zweige sind mit schmalen, silbrigen Blättern bewachsen. Aus den kleinen Blüten entwickeln sich leuchtend orangefarbene Früchte, die ab September geerntet werden können. Sie verbleiben bis in den Winter hinein fest am Geäst und verströmen einen angenehmen Duft. Aus Sanddornbeeren lassen sich Nektar, Fruchtsoße, Marmelade, Gelee oder Likör zubereiten.

Eine weitere Köstlichkeit der heimischen Küche sind Hagebutten, die Früchte der Wildrosen. Sie werden selten in kultivierter Form angebaut. Wildrosen stehen aber auf der Hitliste der Futtersträucher für Insekten und Vögel ganz oben. Am bekanntesten sind Hundsrose und Apfelrose. Ab Juli entwickeln sich neben den Blüten leuchtend rote Hagebutten. Sie sind so ergiebig im Fruchtfleisch, dass sie gut zu Mark verarbeitet werden können. Hagebutten geben Desserts, Fruchtsaucen und Kuchen sowie der pikanten Küche mit Wild den letzten Schliff.