Erstellt am 13. Februar 2014, 12:29

Die Energiesparer unter den Häusern. Dass es Passiv- und Niedrigenergiehäuser gibt, ist hinlänglich bekannt. Kaum jemand weiß allerdings, was diese Begriffe bedeuten und was die verschiedenen Häusertypen so alles können. Hier ein Überblick.

Von außen kann kaum mehr beurteilt werden, um welchen Haustypus es sich bei einem Gebäude handelt.  |  NOEN, eNu
Es gibt vier Häusertypen, deren Energieverbrauch sehr niedrig ist: Passiv-, Plusenergie-, Niedrigst- und Niedrigenergiehaus. Optisch unterscheiden sie sich nicht. Den Unterschied macht im Wesentlichen der Einsatz einer Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung sowie die Ausrichtung der Fenster und Räume aus. Grundsätzlich gilt: Je energieeffizienter das Haus, desto besser ist es gedämmt.

Hier ein Kurz-Überblick über die Details, die die Häusertypen voneinander unterscheiden:
 
  • Passivhaus: Grundsätzlich ist ein Passivhaus ein Haus, das kaum Heizenergie benötigt. Es hat eine Komfortlüftung und ein sehr kleines Heizsystem. Ob zum Heizen eine Fußboden-, Wand- oder Luftheizung eingesetzt wird, ist egal. Das Passivhaus kennzeichnet sich durch einen großen Lichteinfall aufgrund von großen, südseitigen Verglasungen und hat die höchste Energieklasse A++.
 
  • Plusenergiehaus: Dabei handelt es sich um ein Passivhaus, dass innerhalb eines gesamten Jahres mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Möglich wird das durch die Nutzung der Sonnenenergie durch Solaranlagen. Diese liefern Strom und Warmwasser. Auch hier ist die Energieklasse A++.
 
  • Niedrigstenergiehaus: Sein Energieverbrauch ist annähernd so niedrig wie der eines Passivhauses. Auch in einem Niedrigstenergiehaus findet man eine Komfortlüftung sowie große Fensterflächen. Um den Standard eines Passivhauses zu erreichen, müssten hier einige Details wie Fenster, Dämmung oder Luftdichtheit verbessert werden. Bei diesem Haustyp muss etwas mehr geheizt werden als bei den zuvor genannten, allerdings sind die Investitionskosten etwas geringer. Ein Niedrigstenergiehaus hat die Energieklasse A bis A+.
 
  • Niedrigenergiehaus: Hier ist im Gegensatz zum Niedrigstenergiehaus keine Komfortlüftung verpflichtend. Der Bau eines Niedrigenergiehauses ist Standard, wenn um eine Förderung angesucht wird. Es hat die Energieklasse B.
 

Gebäudehülle gehört zum Energiesparen dazu

Das Um und Auf für das Energiesparen ist bei Häusern die Gebäudehülle. Über Wärmebrücken gehen nämlich bis zu 25 Prozent der Heizenergie eines Gebäudes verloren. Sie entstehen, wenn die Dämmung eines Hauses durchbrochen wird.

Klassische Beispiele für Wärmebrücken sind Rollladenkästen, Balkone, Durchdringungen der Gebäudehülle (etwa Kamine), der Anschluss zwischen Dach und Wand sowie der Anschluss zwischen Fenster und Wand. Diese Wärmebrücken können vermieden oder minimiert werden: Rolllädenkästen etwa dürfen nicht direkt an die Wand anschließen. Am besten ist es, vom jeweiligen Planer des Hauses Konstruktionszeichnungen mit Angabe der Wärmeverlustmengen bei Wärmebrücken zu verlangen.



Ist der Keller unbeheizt, bilden auch die Wände, die an die Kellerdecke anschließen, eine Wärmebrücke. Abhilfe schafft eine thermische Trennung dieser Wände von der Kellerdecke. Wer keinen Keller hat, sollte die Fundamentplatte des Hauses dämmen.

Zur Gebäudehülle gehören natürlich auch die Glasflächen eines Hauses. Sonneneinstrahlung liefert bei südseitig angelegten Fenstern einen wichtigen Beitrag zur Raumheizung. Doch Vorsicht: Durch ein Fenster kann auch bis zu zehn Mal mehr Energie als durch die gleich große Fläche einer Außenwand verloren gehen. Entscheidend ist hier die Bilanz aus Verlusten und Gewinnen innerhalb einer Heizperiode.


Optimal: Große Glasflächen im Süden

In jedem Fall sollten Fenster mit Drei-Scheiben-Verglasung und gedämmtem Rahmen verwendet werden. Wer Sonnenenergie in seinem Gebäude optimal passiv nutzt, muss nur wenige Monate im Jahr heizen.

Bei südorientierten und sehr gut gedämmten Häusern kann bis zur Hälfte der Heizenergie von der Sonne kommen. Wesentlich dabei ist die Ausrichtung der Fensterflächen: 30 bis 40 Prozent der Südfassade sollten bei optimaler Südorientierung verglast sein. Alle Glasflächen, die über diesen Wert hinausgehen, bringen kaum mehr solare Gewinne. Sie führen aber zu Problemen hinsichtlich Überhitzung im Sommer. Alle übrigen Fensterflächen eines Hauses, die nicht nach Süden ausgerichtet sind, sollten auf das für die Belichtung notwendige Maß reduziert werden.

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