Erstellt am 01. August 2011, 00:00

Die Gartenparty- Zerstörer. VON CHRISTINE HAIDERER

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VON CHRISTINE HAIDERER 
Es gibt Gelsen, deren Larven nach Hochwasser schlüpfen, die nur kurz leben und besonders lästig sind: Überschwemmungsgelsen. Und es gibt Gelsen, die länger leben, sich im Spätsommer in Häusern einwintern und weniger lästig sind: Hausgelsen.

Heuer aber wird man auch von Hausgelsen genervt weil Massen von ihnen unterwegs sind. Wir haben eine der größten Mückenbestände seit 2003, erklärt Gelsen-Experte Bernhard Seidel. Der Frühling war mild, und sie konnten sich über mehrere Generationen vermehren. Aber auch der technische Wasserbau (Kraftwerke &), bei dessen Planung laut Seidel zu wenig an Gelsen gedacht wird, fördert diese Entwicklung. Im nördlichen Tullnerfeld, entlang der Leitha, an der March und Donau.

Im Unterschied zu Überschwemmungsgelsen können Hausgelsen sie leben länger, frei lebende Exemplare holen sich ihr Blut auch von Vögeln auch Viren übertragen. Doch, Vorsicht: Ein großer Dippel nach einem Gelsenstich entsteht nicht deswegen, sondern weil der Körper den Stich nicht vertragen hat.

Eine Landschaftsfalle  für Niederösterreichs Gelsen

 

Was aber tun, damit sie gar nicht erst lästig werden? In Hausleiten will man im Rahmen eines Pilotprojektes die erste große Landschaftsfalle errichten. Früher wurden die Gelsen mit einem Mittel bekämpft. In Zukunft aber soll ein Lockstoff sie aus mehreren Kilometern Radius zu einem Nebenarm der Schmida locken, der dann mittels Schieber geflutet wird, erläutert Bürgermeister Otto Ruthner. Durch das Fluten werden die Larven in die Donau geschwemmt und dort zu Fischfutter.

Und was kann man privat tun?

Regentonne und Ähnliches abdecken, damit keine Eier darin abgelegt werden können.

Alle zwei Tage die Oberfläche des Regentonnen-Wassers abseihen, das Wasser vergießen.

Und was, wenn Gelsen auf der Gartenparty herumschwirren? Von Gelsenstecker und Insektengrills rät die Umweltberatung NÖ ab. Christian Mokricky: Gelsenstecker verdampfen Insektizide und belasten Luft und Schleimhaut mit Chemikalien. Und Insektengrills (UV-Leuchten) und Geräte mit Hochspannungsgitter töten auch nützliche Insekten.

Beim Lüften Licht aus!

Insektengitter an Fenstern und Türen oder Moskitonetze über dem Bett montieren.

Tomatenstauden am Fensterbrett pflanzen.

Wasserschalen mit Essig, Zitronen- oder Lavendelöl aufstellen.

Am Balkon gelbe Lampen verwenden. Dieses Licht können Gelsen nicht wahrnehmen.

Bei Gelsenstichen sollte man nicht kratzen. Das verschlimmert alles. Sondern: Die Stichstelle mit essigsaurer Tonerde beruhigen. Oder: Zwiebel, Essig, Zitronensaft, zerriebene Tomatenblätter oder Spitzwegerichsaft von zerriebenen Blättern. Gelsen-Infoblatt:

 www.umwelberatung.at/downloads

 

 

WALDHÄUSL, NÖN