Erstellt am 23. April 2013, 09:33

Die Kraft des Windes. Abseilen von einem 90-Meter-Windrad! Ein wenig Mut und Überwindung braucht es schon. Doch das Wagnis lohnt – es ist ein unvergessliches Erlebnis.

 |  NOEN, Czabaun
Wenn man auf der S33 bei St. Pölten unterwegs ist, sind die beiden Windräder in Oberwagram nicht zu übersehen.
90 Meter Höhe sind nun einmal äußerst stattlich.
Hoch hinaus und natürlich auch wieder runter soll es gehen im Rahmen einer „Abseilaktion“ für Journalisten, veranstaltet von der IG Windkraft, bei der älteren der beiden „Windmaschinen“.
Abgeseilt wird von der Firma Skylotec, Hersteller von Schutzausrüstung und innovativen Produkten zur Absturzsicherung und Garant für die Arbeiter in schwindelnden Höhen, dass diese, wenn es einmal nicht so läuft, wie es laufen soll, wieder sicheren Boden unter den Füßen haben.

Mit den Riesen des Windes auf Tuchfühlung gehen – man weiß, sobald man unter dem Windrad steht, dass das ein besonderes Abenteuer werden wird. Helm auf, Sicherheitsgurt angelegt und mit den guten Wünschen der anderen Mutigen ausgestattet, geht es ins Innere, in den Turm, des Windrades. Die ersten rund 70 Höhen-Meter werden noch im Aufzug zurückgelegt, die restlichen Meter bis zur Gondel geht es an einer senkrechten Leiter nach oben. Sprosse für Sprosse, gesichert durch Karabiner, die man immer wieder aushängen und einhängen muss.
Sicherheit ist oberstes Gebot! Ungesichert nur einen falschen Schritt gemacht, geht es schneller wieder runter wie gewollt. Hinaufhanteln ist anstrengend. Doch ein wenig außer Puste gelangt man zur Gondel auf rund 90 Meter.
Die Rotorblätter stehen still, natürlich. Vorrutschen bis zum Ausstieg, der Blick geht in die Tiefe. 90 Meter von oben wirken wesentlich höher. Wie klein ist doch die Welt. Der Puls rast, von Furchtlosigkeit kann keine Rede mehr sein.
Hält der Gurt auch wirklich? Denn in diesem Fall geht es sogar zu zweit an einem Seil runter. Jetzt ist er da, der Augenblick der Überwindung. Noch ein kleines Stück nach vorne rutschen und fallen lassen. Die Seile straffen sich, der Gurt tut dies ebenso. Die Rotorblätter sind in Griffweite, die Landschaft ist in weiter Ferne. Wahnsinn! Diese Grenzenlosigkeit. Halt, halt! Bitte nicht runter. Kann jemand die Zeit anhalten? Leider nein. Nach zwei Minuten ist die Reise vom Windrad zur Erde zu Ende. Nur fliegen kann schöner sein ...



Wussten Sie schon?
Eine moderne Windkraftanlage hat mittlerweile eine Leistung von drei Megawatt (MW) und erzeugt pro Jahr Strom für 1.800 Haushalte. Ein einziges Windrad ist also in der Lage, ein kleines Dorf zu versorgen.
  • Mehr als 120 österreichische Firmen sind Lieferanten für Hersteller von Windkraftanlagen am internationalen Markt und sorgen mit einem Exportvolumen von über 500 Millionen Euro für eine äußerst positive Handelsbilanz.
  • Bei der Stromerzeugung aus Windkraft gibt es keine Abgase, Abfälle oder Abwässer. Es fallen daher keine zusätzlichen Kosten für die Beseitigung des Produktionsmülls an, wie das bei herkömmlichen Kraftwerken der Fall ist.
  • Wenn ein Windrad nach 20 Jahren seinen Lebenszyklus vollendet hat, kann es rasch und umweltverträglich wieder abgebaut werden. Die Anlage wird entfernt und zusätzlich können viele Bestandteile wiederverwertet werden.
  • Österreich gibt pro Jahr 17 Milliarden Euro für Energieimporte aus (Stand 2012). Der forcierte Ausbau der Windenergie ist daher eine Investition in die Zukunft, die auf lange Sicht volkswirtschaftlich mehr bringt, als sie kostet.
  • In Österreich stehen derzeit 763 Windkraftanlagen.
  • Im Jahr 2013 wird sich der neue Ausbauboom der Windkraft noch steigern. Mehr als 150 Windkraftanlagen mit rund 420 MW Leistung werden heuer errichtet.
  • Im Burgenland werden davon 73 Anlagen mit rund 220 MW Leistung errichtet und in Niederösterreich sind 58 Anlagen mit rund 155 MW geplant.
www.igwindkraft.at

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