Erstellt am 16. Mai 2011, 07:49

Die letzte Chance. BLUMEN-ZWIEBEL / Für viele Mütter gab’s Lilien im Topf zum Muttertag. Die sind nun verblüht. Aber noch lange nicht wertlos: Einsetzen heißt die Devise!

VON TINA WESSIG

Zum Muttertag waren sie prächtig und hatten noch zahlreiche Knospen an ihren Stielen. Jetzt sind die meisten davon verblüht. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie jetzt nichts mehr wert sind. Wir Hobbygärtner haben längst da rüber nachgedacht, wo im Garten die schönen Lilien aus dem Topf künftig ihr neues Zuhause finden werden. Denn Lilien kann man im Herbst, aber auch im Frühjahr einsetzen.

Wichtig sind Bodenverhältnisse  und sonniger Standort

Die Lilie gilt – neben der Rose – als „Königin der Blumen“. Bereits auf den Wandgemälden der Kreter und in der Dichtung fand sie ihre Bedeutung.

Ihre stilisierten Blüten wurden nicht nur in der Wappen-Malerei häufig verwendet, die Lilie galt auch im Christentum als Sinnbild der Hoffnung und der Reinheit. Selbst in der Bibel finden Lilien mehrfach Erwähnung. Die „Madonnen-Lilie“ war die erste Zierpflanze im mediterranen Raum. Heute gibt es rund hundertzwanzig verschiedene Lilien arten.

Lilien-Hybriden passen ins sonnige Staudenbeet, Wildformen je nach Herkunft in naturnahe Steinanlagen oder an den Gehölzrand. Sonnig sollten sie auf jeden Fall stehen. In Sachen Untergrund mögen sie durchlässige, kalkreiche und nährstoffreiche Böden. Allenfalls sollten Sie etwas Sand bei mischen, wenn der Boden zu schwer ist. Beim Einsetzen werden die Zwiebeln in ein 20 cm tiefes Loch gelegt – dies gewährleistet, dass sie beim Umgraben nicht verletzt werden. Lilienzwiebel sind winterhart, sie können im Boden bleiben und müssen nicht – wie Gladiolen, Dahlien oder Begonien – die kalte Zeit im Haus verbringen. Lilien mögen, ähnlich wie Clematis, eher kühl stehen, daher können ein paar Schatten spendende Polsterstauden zwischen die Pflanzen gesetzt werden.

Vermehren lassen sich Lilien mittels Samen am besten. Da wäre aber die günstigste Aussaatzeit Jänner oder Anfang Februar. Wenn die Lilien verblüht sind, sollte man die Samenkapseln gleich abschneiden. Die Pflanze würde sonst zu viel Energie in die Samenbildung investieren. Später, wenn auch der Blütenstiel beginnt, braun zu werden, schneidet man ihn ganz weg.

Achtung: Lilien werden häufig von Lilienhähnchen befallen, das sind kleine, rote Käfer, die die Blätter fressen und sich bei Gefahr fallen lassen. Dagegen hilft nur das Absammeln! In naturnahen Gärten helfen Vögel, Igel und Schlupfwespen, die Schädlinge zu dezimieren. Droht Wühlmausgefahr, sollten die Zwiebeln in Drahtkörben eingesetzt werden. Und wenn alles passt, blühen Ihre Lilien kommendes Jahr erneut.-->

 

Die Lilie ist eine bezaubernde Pflanze, die auch im Freiland nichts an Zauber verliert.WALDHÄUSL