Erstellt am 30. April 2013, 15:28

Die Magie des Wassers. Ohne Wasser könnten Menschen, Tiere & Pflanzen nicht leben. Der Mensch benötigt es für die Vorgänge des Stoffwechsels ebenso dringend wie Pflanzen darauf angewiesen sind.

 |  NOEN, BGL
Alles Leben entstand im Wasser und eroberte sich von dort aus das Festland. Zusammen mit Erde, Feuer und Luft gehört Wasser zu den vier Elementen, die die Grundlagen allen Seins darstellen. Auch in vielen Religionen kommt dem Wasser eine besondere Bedeutung zu. Es galt – und gilt noch immer – als Symbol für das Leben.
Vom Wasser geht eine besondere Faszination aus. Es ist in der Lage, ungeheure Kraft zu entwickeln, als tosender Wasserfall oder reißender Fluss, doch es bietet auch ruhige Naturerlebnisse wie das Wechselspiel von Ebbe und Flut. Wasser kann – vor allem im Garten – sehr entspannend wirken und zum besonderen Zauber eines Ortes beitragen.

Wasser im Garten: Formal oder natürlich
Es gibt viele Möglichkeiten, um sich auch im Garten vom Wasser und der dazugehörenden Tier- und Pflanzenwelt faszinieren zu lassen. Die Möglichkeiten für Wasser im Garten reichen vom Wasserbecken über einen kleinen Bachlauf oder ein naturnahes Gewässer mit Seerosen und anderen Wasserpflanzen bis hin zum eigenen Schwimmteich. Bei der Anlage eines Teiches oder Wasserbeckens – auch für kleine Gärten – können Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau helfen.
Bei der Pflanzenauswahl ist die Unterstützung durch Fachleute ebenfalls sinnvoll, damit die richtigen Pflanzen für die jeweilige Wassertiefe ausgewählt werden und so über viele Jahre Freude bereiten.

Wegen ihrer Vielfalt lassen sich Teiche oder Wasserbecken für die unterschiedlichsten Gartenstile finden. In einem modernen Garten ist ein Teich mit klaren Linien am wirkungsvollsten – rechteckig, quadratisch oder rund. Effektvoll ist auch ein Wasserbecken, in dem die Reflektionen des Lichts und das Spiel des Windes mit dem Wasser besonders gut zu sehen sind. In einem naturnahen Garten ist dagegen ein Folienteich mit organischen, geschwungenen Uferformen und einer vielfältigen Pflanzenwelt am besten.

x  |  NOEN, BGL


Wasser, selbst wenn der Platz knapp ist
Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau realisieren auch ganz individuelle Lösungen, die nicht nur zum Haus und zum Gartenstil passen, sondern auch besondere Wünsche berücksichtigen. Und selbst wenn der Platz knapp ist, muss auf Wasser im Garten nicht verzichtet werden. Dann kommen zum Beispiel Wandbrunnen, kleine Wasserbecken, Mini-Teiche in Schalen oder Quell- und Sprudelsteine infrage. So kann das Element Wasser seinen besonderen Zauber sogar in einem kleinen Garten entfalten.
Wenn an warmen Sommertagen die Sonne scheint, gibt es nichts Schöneres, als im kühlen Wasser eines Sees oder eines Freibades zu schwimmen. Doch mit der Freude an der Abkühlung und der erfrischenden Bewegung im Wasser ist man an solchen Tagen nicht allein. So steht vor dem Schwimmvergnügen oft erst die nervige Parkplatzsuche, und anschließend im Freibad kann es eng, laut und hektisch werden.
Nahe liegend, dass mancher Gartenbesitzer von seinem eigenen kleinen Badeparadies träumt – jederzeit zugänglich, ohne Lärm, ohne Chlor und ohne die Erfahrung, dass die schönsten Schattenplätze meistens schon belegt sind.
Die Lösung: ein eigener Schwimmteich, der zu jeder Tageszeit, selbst am frühen Morgen oder späten Abend, zum Schwimmen einlädt und – von prächtigen Pflanzen umgeben – wie ein idyllischer Natursee im Garten liegt.

x  |  NOEN, BGL


Gute Planung und Expertenwissen
Auch wenn ein Schwimmteich einfach und natürlich wirkt: Wichtig ist, dass er fachgerecht angelegt und bepflanzt wird. Damit dieses komplexe Ökosystem im Gleichgewicht bleibt, sind neben den planerischen und technischen Kenntnissen bei der Anlage auch gärtnerisches Wissen und Erfahrung gefragt, wie es die Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau haben. Anders als ein normaler Gartenteich besteht ein Schwimmteich aus zwei Bereichen: dem Schwimmbereich und dem flacheren Regenerationsbereich, in dem Sumpf- und Wasserpflanzen unermüdlich die Reinhaltung des Teichwassers übernehmen. Sie binden zum Beispiel die eingebrachten Nährstoffe und vermeiden so das unerwünschte Wachstum von Algen. Einige Grundvoraussetzungen müssen also erfüllt sein, damit der Schwimmteich die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Ein solcher Teich ist ein besonderes Ökosystem, das aus eigener Kraft im Gleichgewicht bleibt, wenn es entsprechend angelegt wurde.

Damit sowohl die Pflanzen als auch der Schwimmbereich ausreichend Platz haben, sollte die gesamte Teichanlage eine Mindestgröße von 70 Quadratmetern haben. Die Pflanzen im Uferbereich dienen dazu, das Wasser ohne Chemie sauber zu halten, indem sie Nährstoffe binden und Sauerstoff erzeugen. Dazu kommt, dass sie für einen naturnahen Eindruck sorgen und Tieren, wie Fröschen und Libellen, Lebensraum bieten.
Je größer die Wasserfläche und der Pflanzenanteil sind, desto größer ist die Fähigkeit zur Selbstreinigung. Wichtig ist auch die Lage des Teiches im Garten. Er sollte weit genug von Bäumen entfernt sein, damit möglichst wenige Blätter und Früchte in das Wasser fallen. Sie müssten sonst regelmäßig mit einem Käscher abgefischt werden, um den Nährstoffeintrag nicht zu sehr zu erhöhen.

Vorbereitung ist unerlässlich
Die Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau legen einen Schwimmteich so an, dass er sich harmonisch in die Umgebung einfügt. Die Experten wissen auch, welche Elemente dazu beitragen, den Teich zu einem ganz persönlichen Paradies zu machen. Sie können dazu die entsprechenden Arbeiten durchführen, sei es die Anlage eines einladenden Holzsteges oder eines Lichtsystems, das den Teich oder einige besonders schöne Pflanzen abends gezielt hervorhebt. Für die Anlage eines Schwimmteichs sind sowohl größere Maschinen als auch sorgfältige Detailarbeit notwendig. Mit einem Bagger wird die Erde ausgehoben und abtransportiert oder für die weitere Gartengestaltung genutzt. Steine und Wurzeln müssen gründlich entfernt werden, um für einen möglichst gleichmäßigen Untergrund zu sorgen, auf dem dann ein Schutzvlies und eine wasserdichte Folie ausgelegt werden. Dem folgt die Gestaltung des Ufers. Der Rand des Schwimmbereiches kann zum Beispiel mit einem Holzdeck befestigt werden, im Renaturierungsbereich werden die Ränder mit geeigneten Stauden bepflanzt. So entsteht Schritt für Schritt eine eigene kleine Wasserwelt, die das ganze Jahr über Freude bereitet.

Die passenden Pflanzen müssen es schon sein!
Kein Garten ist zu klein, um Wasser integrieren zu können. Formale Wasserbecken, Brunnen oder Quellsteine benötigen nur wenig Platz, naturnahe Teiche etwas mehr. Jeder Teich ist ein Ökosystem: Sorgfältig abgedichtet von außen, entsteht eine komplexeWelt aus Wasser, Pflanzen und Kleinstlebewesen. Eine schöne Bepflanzung lässt einen Teich nicht nur natürlich erscheinen, sondern die Pflanzen reinigen auch das Gewässer ganz ohne Chemie.
Der Fachmann unterteilt die Wasserlandschaft in drei Bereiche mit einer jeweils anderen Wassertiefe: die Wasserzone, die Sumpfzone und die Uferzone. Mitten im Teich gedeihen zum Beispiel Seerosen: Ihre weißen, gelben, rosafarbenen oder roten Blüten treiben im Wasser, und auf ihren Blättern lassen sich mit Vorliebe Teichfrösche nieder, um sich zu wärmen. Bei Sonnenuntergang schließen sich die Blüten, bevor sie sich dann bei gutem Wetter am Morgen erneut öffnen. Weitere Schmuckstücke im oder auf dem Wasser sind Froschbiss, Krebsschere, Tausendblatt, Wasserfeder und Wassernuss.

Die Sumpfzone liegt im Schwankungsbereich des Wassers: Sie ist mal überflutet, kann aber auch abtrocknen. Hier zeigen Sumpfschwertlilien ihre Blüten. Ebenso gedeihen die Sumpfdotterblume oder der Blutweiderich, dessen purpurrosafarbene Blütenähren aus zahllosen Einzelblüten mehr als einen Meter hoch werden können. Um seine Blüten tummeln sich gerne Schmetterlinge.

Die Ufer- oder auch Feuchtzone wird nicht durchflutet. Doch auch ohne direkten Wasserkontakt ist die Erde dort zumeist relativ feucht. An dieser Stelle gedeihen vor allem durstige Pflanzen: der gelbgrün blühende Frauenmantel, die Trollblume, auch die Morgensternsegge und der Bambus fühlen sich hier wohl. Höher wachsende Bambusarten bieten mit ihren festen Halmen übrigens einen guten Sichtschutz, wirken dabei aber dennoch leicht und luftig. Sommertage am heimischen Ufer erhalten dadurch nicht nur den Schutz eines natürlichen Schirmes, sondern darüber hinaus auch eine Spur von entspannendem asiatischem Flair. Und wenn der Wind durch die Blätter rauscht, dann klingt es fast wie ein Plätschern … Teichpflanzen sollten während der Wachstumsphase nur ausgedünnt und erst später im Jahr zurückgeschnitten werden. Von Zeit zu Zeit empfiehlt es sich, die Abdichtungen an den Rändern und an den Zu- & Abläufen zu kontrollieren. Dann bringt der Teich lange Freude: als Erfrischung an heißen Sommertagen oder wenn er in der Abenddämmerung schimmert.


Mehr Garten-Tipps finden Sie im NÖN-Sonderprodukt "Schöner Garten".