Erstellt am 23. Mai 2013, 14:34

Ein Garten Eden auf eigener Erde. Grüne Oasen des Glücks: Hobbygärtner dürfen endlich wieder ihre Werkzeuge einsetzen. Ein Fahrplan für den Frühling.

Spieglein, Spieglein an der Wand – wer hat den schönsten Garten im Land? Eines ist sicher: Den Traum vom eigenen Fleck Erde träumt fast jeder. Der Garten macht die Jahreszeiten spürbar. Er verwandelt sich in ein grünes Wohnzimmer, wenn die eigenen vier Wände der Fantasie zu wenig Raum lassen. Und er zeigt, wie eng Erfolg und Misserfolg beisammen liegen.
Denn Gartenidylle entsteht nicht über Nacht. Der Gärtner erntet, was er sät. Und eben das muss er im Frühjahr tun. Im Mai liefert sich die Pflanzenwelt bunte Gefechte der Frühlingsgefühle. Rhododendren werfen sich in Schale, Kübelpflanzen dürfen ins Freie, und im Nutzgarten werden kulinarische Delikatessen geboren. Die Eisheiligen markieren den Wendepunkt in dem Gartenjahr.
Wenn der letzte Frost Abschied nimmt, beginnt die Aussaat: Dann begegnen Bohnen, Gurken und Zucchini ihrem neuen Lebensraum – dem Erdreich. Dann fallen die Samen von Rasen und Blumenwiese am besten auf den erdfarbenen Boden. Dann beginnt die Wachstumsphase der einjährigen Sommerblumen.

Die mediterranen Stars auf Balkonien
Nach der „kalten Sophie“, der letzten Eisheiligen, startet auch die Balkonsaison. Und damit die Freiheit der Kübelpflanzen. Jene Helfer, die mediterranes Lebensgefühl in den Alltag schmuggeln. Wochenlang haben sie ihre Blätter nach der frischen Luft ausgestreckt. Nun dürfen und sollen sie hinaus. Ein neuer Topf hier, ein wenig Dünger dort – so lässt es sich im Freien gut überleben.
Sie sehen nicht nur gut aus, sie schmecken auch – die Nutzpflanzen. Für Selbstversorger beginnt im Mai eine arbeitsintensive Zeit. In Töpfen gezogenes Gemüse pflanzt der Terrassen-Züchter nun aus. Bohnen, Gurken oder Zucchini können direkt im Beet ausgesät werden. Ein Vlies bietet optimalen Schutz vor kalten Nächten.
Kürzer treten müssen Forsythien, Jasmin und blühende Sträucher. Sie müssen jetzt
geschnitten werden. Beim Flieder sollen nur die verblühten Blütenrispen abgeschnitten werden. Lediglich wirr gewachsene Äste entfernen!



Ihre Majestät nimmt nur den Boden locker
Die Königin aller Blumen war bereits im April beim Friseur. Grundsätzlich gilt für den Rosenschnitt: je später, desto besser. Wächst eine Rose stark, wird sie stark geschnitten. Wächst sie schwach, schneidet man sie zurückhaltend.
Danach muss der Boden der Blume königlich bearbeitet werden. Rosen brauchen einen tiefgründigen, durchlässigen Boden. Schwere Böden sollten um die Pflanze herum öfter mit einer Rosengabel gelockert werden. Man sticht die Gabel im Abstand von 20 Zentimetern in den Boden und rüttelt ein paar Mal hin und her. Dann bekommt ihre Majestät rosige Backen.
Locker sollten Gärtner übrigens auch mit dem Rasen umgehen. Das Erdreich lockert man am besten mit einer Motorhacke oder einer Fräse. Und damit der Rasen besonders kräftig wird: Zuerst das Unkraut entfernen. Anschließend das Gras auf etwa vier bis fünf Zentimeter stutzen. Eine Düngekur regt das Wachstum zusätzlich an.
Apropos Wachstum: Durch die steigenden Temperaturen gedeihen nicht nur die Zier- und Nutzpflanzen schnell, sondern auch das Unkraut. Regelmäßiges Jäten verhindert, dass unerwünschte Konkurrenz den Pflanzen die Feuchtigkeit und Nahrung entzieht. Falls die Jahreszeit davonläuft, gibt es eine Lösung: Einfach alle offenen Flächen mit einer Gründüngung einsäen. Es gibt blühende Blumenmischungen, die den Boden bald bedecken. Und das Unkraut wird unterdrückt.

Erfolgreiche Ernte macht die Mühe wert
Das Ergebnis einer guten Gartenarbeit ist unbestechlich: Wenn der sonnengereifte Apfel – die Vollendung eines Sommers – in die Hände des Gärtners fällt. Wenn ein Blumen-Köpfchen sich vor ihrem Schaffer verbeugt. Dann zeigt der grüne Daumen nach oben. Dann hat sich die Arbeit gelohnt.


Gartenarbeit braucht Zeit: Der Fahrplan von Mai bis September

Gartenarbeit im Mai

Tipps zum Aussäen:
Aussaat-Zeit von Bohnen, Gurken, Zucchini und einjährigen Sommerblumen. Wenn Nachtfröste drohen, die jungen Pflänzchen mit Vlies abdecken.
Bester Zeitpunkt für Einsaat von Rasen und Blumenwiese.
Tipps zum Pflanzen:
In Töpfen vorgezogene Bohnen, Gurken, Paradeiser, Zucchini, Paprika und Zuckermais auspflanzen. Gleiches gilt für Stauden im Container sowie für Wasser- und Sumpfgewächse.

Tipps zur Pflege:
Schädlinge auf Rosen manuell entfernen. Biologische Spritzmittel schonen die Nützlinge.
Kübelpflanzen ins Freie stellen. Bei Bedarf zurückschneiden und umtopfen. Mit organischem Flüssigdünger düngen.
Erdbeer-Zeit: mit Stroh unterlegen. Das schützt die Früchte vor feuchter Erde.

Gartenarbeit im Juni

Tipps zum Aussäen:
Buschbohnen, Dill, Erbsen, Petersilie, Radieschen, Rettich, Rote Rüben, Gurken, Kohlrabi, Kopfsalat, Kresse, Kürbis, Mangold und Stangenbohnen aussäen. Den Boden gut mulchen. Das hält die Erde feucht und das Unkraut zurück.
Tipps zum Pflanzen:
Karfiol, Brokkoli, Grünkohl, Rotkohl, Kraut, Endivien, Kohlrabi, Kürbis, Salate, Zucchini, Sommerblumen, Containerstauden und alle Wasserpflanzen setzen.
Tipps zur Pflege:
Johannisbeeren und Stachelbeeren sofort nach der Ernte schneiden.
Rosen nach Blütezeit düngen.
Blumenwiese mähen, wenn sich der größte Teil der Wiesenblumen ausgesamt hat. Mähgut antrocknen lassen und dann abräumen.
Hecke nach der Sommersonnenwende schneiden.

Gartenarbeit im Juli

Tipps zum Aussäen:
Auf Gemüsebeete, die nicht genutzt werden, Gründüngung aussäen. Ölrettich, Inkarnatklee oder Gelbsenf bedecken den Boden, halten ihn feucht und lockern ihn.
Tipps zum Pflanzen:
Gleich nach der Blüte Iris ausgraben und die stärksten Teilstücke neu pflanzen.
Tipps zur Pflege:
Boden lockern, jäten, mulchen und nur bei Bedarf gießen.
Paradeiser ausgeizen, das heißt: alle Seitentriebe ausbrechen.
Obstgehölze schneiden.
Verblühte Rosen über einem voll ausgebildeten Blatt (besteht aus fünf Einzelblättern) abschneiden.
Algenwatten aus dem Teich fischen. Bei starkem Algenbefall ein Bündel Gerstenstroh ins Wasser legen.
Richtig gießen: einmal pro Woche durchdringend. Obstbäume, Sträucher oder Rosen nur nach wochenlanger Trockenheit gießen.

Gartenarbeit im August

Tipps zum Aussäen:
Aussaat von Feldsalat, Petersilie, Spinat und Frühlingszwiebeln.
Tipps zur Pflege:
Je heißer es ist, desto weniger den Rasen mähen. Kurz gemähtes Gras verbrennt leicht.
Nicht auf das Mulchen vergessen! Damit werden Gießen und Unkrautjäten überflüssig.
Gegen Ende des Monats nicht mehr düngen.
Weichselbäume nach der Ernte schneiden.

Gartenarbeit im September

Tipps zum Pflanzen:
Immergrüne Laub- und Nadelgehölze umpflanzen.
Himbeersträucher pflanzen.
Zweijahrsblumen an endgültigen Platz pflanzen.
Tipps zur Pflege:
Auf Beete, die im nächsten Frühjahr mit Starkzehrern bebaut werden, halbreifen Kompost oder Mist streuen. Dann das Beet mit Mulchmaterialien abdecken.
Leimringe gegen Frostspannweibchen um Obstbaumstämme legen.
Sommerblumen-Samen ernten.
Kübelpflanzen nicht mehr düngen und weniger gießen.
Ab jetzt Vorsicht mit dem Mulchen: Nacktschnecken finden dort Unterschlupf und legen ihre Eier ab. Besser Gründüngungssaat (z. B. Senf) verwenden.


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