Erstellt am 07. Juli 2011, 14:36

Ein Jahr Photovoltaik-Forschungszentrum Zwentendorf. Seit einem Jahr ist am Standort des Kraftwerks Zwentendorf das von EVN in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität (TU) Wien gegründete Photovoltaik-Forschungszentrum Zwentendorf erfolgreich in Betrieb.PV-Anlagen in Niederösterreich bringen sehr gute Erträge.

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Am Standort des nie in Betrieb gegangenen Kernkraftwerks werden handelsübliche Photovoltaikmodule, solare Nachführungssysteme (Tracker), Solarumrichter und Hilfseinrichtungen unter realen Umweltbedingungen in ihrer Effizienz, Anwendungstauglichkeit und ihren Investitions- und voraussichtlichen Betriebskosten untersucht.

Dr. Adolf Aumüller, Leiter der EVN Kraftwerke: „Ziel ist es unter anderem Erfahrungen zu sammeln,  welche Panele sich für die Haus- und Garagendächer am besten eignen. Wir glauben, dass diese dezentralen Anlagen die Kraftwerke der Zukunft sind“.

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Für die weiteren Untersuchungen wurde ein umfangreiches Messsystem zur detaillierten Messung der Globalstrahlung installiert, bestehend aus Sensoren zur Aufzeichnung der direkten und diffusen Sonneneinstrahlung, eine Wetterstation zur Aufzeichnung von Wind, Regenmenge und Temperatur, sowie Kameras zur Überwachung der Oberflächenveränderung der Module durch Schnee, Regen und allgemeine Umweltsedimente sowie zur Beurteilung der Selbstreinigungseffekte. Hiermit sollen in den weiteren Untersuchungen die Selbstreinigungseffekte, die temperaturabhängige Minderung der Erträge und die alterungsbedingten Degradationseffekte untersucht werden.

Die Ergebnisse im Überblick
Die Ergebnisse eines Jahres für verschiedene Aufstellungen: Nachgeführt ( Tracker), Freifeldaufstellung, Dach und Fassaden in Richtung SO, SW, NW können sich sehen lassen. Mit dem Sun-Tracker wurden 1.300 Vollaststunden erreicht, im Freifeld und auf dem Dach etwa 1070 h/a und bei den Fassaden SO 780 h/a, SW 630 h/a und NW 354 h/a. Damit zeigt sich, dass in NÖ mit auf dem Dach montierten PV-Anlagen bereits sehr gute Erträge auch ohne Nachführung möglich sind.
Durch die Massenfertigung von PV-Modulen und Anlagen sind die Preise sowohl für die Module wie auch für die PV-Anlagen in den letzten Jahren stark gefallen.
Univ.-Prof. Dr. Günther Brauner, TU Wien: „PV-Anlagen sind bald für den Privathaushalt wirtschaftlich, da in wenigen Jahren die Kosten der Eigenerzeugung in der Größenordnung der Strombezugskosten liegen werden“.

Das Klimaschutzpaket der EU
Das Klimaschutzpaket der Europäischen Union sieht für Österreich bis zum Jahr 2020 eine Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am gesamten Endenergiebedarf auf 34% vor. Gleichzeitig sind die klimawirksamen Emissionen um 16% abzusenken. Im Jahr 2010 hatten alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einen „National Renewable Action Plan“ NREAP 2020 vorzulegen. Österreich will entsprechend seiner Planzielen die Elektrizität  bis 2020 zu 56,8% aus Wasserkraft, 0,4% aus Photovoltaik, 6,5% aus Windenergie und 6,9% aus Biomasse gewinnen. Die Windenergie muss hierzu von derzeit 1.000 MW auf 2.578 MW (4,811 GWh/a) und die Photovoltaik auf 322 MW entsprechend 306 GWh ausgebaut werden. Für PV bedeutet dies,  dass etwa 1,6 Mio. PV-Module bis 2020 installiert werden müssen.