Erstellt am 23. April 2013, 09:40

Ein Pionier der Windkraft in Niederösterreich. Andreas Dangl, Chef der W.E.B, hat vor knapp 20 Jahren die Windenergie nach Niederösterreich geholt. Mit der NÖN sprach er über die Anfänge der Windkraft und über ihre Zukunft.

Andreas Dangl brachte als einer der Ersten die Windenergie nach Niederösterreich.  |  NOEN, W.E.B
NÖN: Wann und wo haben Sie sich zum ersten Mal für die Windenergie begeistert?
Dangl: Vor ungefähr 20 Jahren machte ich mit meiner Frau Urlaub in Norddeutschland und sah dort in der Gegend von Cuxhaven meine ersten Windkraftanlagen. Die Idee begeisterte mich sofort, und ich war überzeugt, dass sie auch in (Nieder)Österreich umsetzbar ist.

Wie waren Ihre Anfänge in Sachen Windenergie in Niederösterreich?
Ich kam von Cuxhaven voller Tatendrang nach Hause und wollte mit ein paar Gleichgesinnten das erste Projekt sofort verwirklichen. Ich wurde bei meiner Hausbank vorstellig, um ein Finanzierungsmodell auszuarbeiten. Die Auskunft meiner Bank war, ich solle einmal das erste Projekt errichten, beim zweiten könne man dann über eine Finanzierung reden. Damit war die Idee der Bürgerbeteiligung im Bereich Windkraft geboren. Die WEB GmbH wurde 1994 gegründet und im Juli 1995 die erste W.E.B-Anlage in Michelbach bei St. Pölten eröffnet. Es war auch eine der ersten Winkraftanlagen in Niederösterreich. Die WEB Windenergie AG existiert in ihrer heutigen Form seit 1999, mit dem Volksprodukt Windkraftaktie.

Wurden Sie damals als Windkraftpionier für verrückt gehalten?
Mein Engagement für die Windkraft wurde von vielen Partnern in der Baubranche heftig hinterfragt. Meist werden solche Dinge ja aber hinter vorgehaltener Hand kommuniziert. Heute erzählen mir aber noch Leute aus der Branche, dass man die Idee damals schon für einen ausgemachten Blödsinn gehalten hatte. Jetzt ehrt es mich, dass ich – wie erst kürzlich in Deutsch-Wagram – mit dem EVN-Vorstandssprecher Peter Layr eine Spatenstichfeier für einen gemeinsamen Windpark durchführen konnte.

Welche Beweggründe gab es, die IG Windkraft ins Leben zu rufen?
Es war notwendig, Rahmenbedingungen für Windenergie zu schaffen. Die schlagkräftigen Argumente aus Deutschland und Dänemark haben uns hier geholfen, Auseinandersetzungen mit Skeptikern zu führen und zuständige Stellen zu informieren und letztlich auch zu überzeugen. Schlussendlich haben unsere Bemühungen in eine erste Regelung für die Windstromeinspeisung gemündet.

"Saubere Energie aus der Natur"

Was ist für Sie so faszinierend an der Windenergie?
Windenergie bietet die Möglichkeit, der Natur saubere Energie völlig ungefährlich zu entnehmen und sie uns Menschen nachhaltig zur Verfügung zu stellen. Ich war immer von der majestätischen Ruhe und Gelassenheit der langsamen Rotordrehungen einer modernen Windkraftanlage fasziniert. Hier passiert etwas Gutes mit einer großen Erhabenheit und Würde zum Wohle von Mensch und Natur.

Wie sehen die Windräder der Zukunft aus?
An der Technologie wird sich grundsätzlich nicht mehr so viel ändern. Die Türme werden eine Höhe von ungefähr 150 Metern erreichen, die Leistung einer einzigen Windkraftanlage wird ausreichen, um in naher Zukunft den Strom einer ganzen Stadt erzeugen zu können. Kaum bei einer anderen Energieform kann man ein Kraftwerk in einigen Wochen errichten und im Bedarfsfall innerhalb von einer Woche wieder rückstandsfrei demontieren.

Besuchen Sie den Tag des Windes am 15. Juni! Alle Veranstaltungen unter http://www.tagdeswindes.at

Mehr zum Thema erneuerbare Energie finden Sie im NÖN-Sonderprodukt >>"Energie aus der Natur".