Erstellt am 05. September 2010, 21:06

Eine Salve für die Malve. BLÜTENTRÄUME / Anlässlich des Naturgartenfestes von „Natur im Garten“ stehen Käspappel und Co. am 11. September im Mittelpunkt des Weinviertler Museumsdorfes Niedersulz.

NOEN
VON TINA WESSIG

Heil- und Nutzpflanzen erleben im Garten eine Renaissance. Malvengewächse etwa gedeihen über mehrere Jahre und sind bis in den Herbst eine echte Zierde. Mit ihren zart und luftig wirkenden Blüten und weichem Laub verzaubern sie jedes Gärtnerherz. Ob Bechermalve, Eibisch, Moschusmalve, Rosenpappel, Sommermalve, Stockrose – Malvengewächse spielen in Haus, Garten, Küche und Apotheke eine wichtige Rolle.

Denn nicht nur mit purpur, rosa bis weiß gefärbten Blüten wartet die pflegeleichte Familie auf. Wenn heute mehr Augenschein auf die Schönheit der Blüten gelegt wird, zählte man in früheren Zeiten mehr auf ihre Inhaltsstoffe. Schließlich wurden Malvengewächse als Heil- und Gemüsepflanzen bereits in der Antike genossen. In seiner Landgüterordnung befahl auch Karl der Große den Anbau von Althaea officinalis, dem Echten Eibisch. Seine Wurzeln und Blätter enthalten wie Malvenblüten entzündungs- und reizmildernde Schleimstoffe, die mit Wasser quellen und in der Kosmetik verwendet werden. Pflanzenteile müssen trocken, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt, gelagert werden. Aus gehackten Blättern oder Wurzeln werden trinkwarme Kaltwasserauszüge (12 Stunden) zubereitet. Diese kommen als Kompressen, Umschläge und Bäder oder auch als Gel-Körperlotionen oder Masken zum Einsatz. Unreiner, trockener und schuppiger Haut verleihen sie einen makellosen Teint.
Eibisch machte aber nicht nur als Medizin oder als Tee Karriere. Als Eibischteig wird er auch als Hustenzuckerl eingesetzt.
Die Gartenstaude mit den graugrünen Blättern eignet sich für alle Gartenböden. Die Wilde Malve oder Große Käspappel ist eine etwa einen Meter hohe Gemüse- und Heilpflanze. Sie wirkt als Tee bei gereiztem Magen schmerzlindernd und hat sich bei Entzündungen im Haut- und Schleimhautbereich bewährt. Die Algiermalve trägt große purpurne Blüten mit dunklem Auge.

Malvengewächse wachsen an Wegen, an Feld- und Wiesenrändern, Böschungen, Schuttplätzen und an sonnigen Hängen und Mauern. Eine Wärme liebende Art ist die rosa oder weiß blühende Moschusmalve. Die Bienenweide passt hervorragend in Natur- und Bauerngärten. Wie die kleinere Rosen-Malve blüht sie rosa. Ein mehrjähriger Riese im Garten mit vielen Blütenfarben ist die Stockrose. Sie braucht einen nährstoffreichen Boden, viel Sonne & ausgeglichene Bodenfeuchte für gutes Wachstum.
Gegen den Malvenrost sollte bald nach der Blüte ein Rückschnitt erfolgen, vorbeugend hilft Ackerschachtelhalm und Schutz vor Regen. Der Garteneibisch liefert ab dem Spätsommer ein Farbenspektrum von Weiß über Rosa- und zarte Blautöne bis zu violetten Nuancen. Achtung: Da die Pflanzen im Frühjahr spät austreiben, sollten sie nicht zu zentral stehen.