Erstellt am 14. Mai 2012, 00:00

Endlich steinreich sein!. TROCKENSTEINMAUER / Steine setzen ohne Mörtel! Es gibt kaum andere Bauwerke im Garten, die gleichzeitig funktionelle, ästhetische und ökologische Aspekte so perfekt vereinen wir sie.

Kräuterspirale.WIKIMEDIA  |  NOEN
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VON TINA WESSIG

Auf die besondere Kunstfertigkeit, Trockensteinmauern zu errichten, wird erst seit wenigen Jahren wieder verstärkt „gebaut“. Dabei sind diese so schlicht wirkenden Bauten, die aus dem Leben der Menschen und unserer Tradition eigentlich nicht wegzudenken sind, wahrhaft für Generationen gemacht.

Struktur und Lebensraum  im Garten schaffen

Als universell einsetzbares Kulturlandschaftselement prägen Trockensteinmauern viele Gegenden Österreichs maßgeblich. Wie würde etwa das reizvolle Landschaftsbild der Wachau aussehen ohne sie? Hier wurde über Jahrtausende sorgsam Stein für Stein geschlichtet, um die steilen Böschungen zu gliedern und den Weinbau zu pflegen.

Auch im Garten sind Trockensteinmauern ganz besondere Lebensräume, die Gartenräume strukturieren. Dabei fällt auf, dass von diesen, kunstvollen Bauten eine besondere Ausstrahlung ausgeht. Und nicht nur das: Die mörtelfreien Mauern beherbergen viele seltene Tierarten, die in den unverputzten Spalten Nahrung, Unterschlupf und Wärme finden.

Kräuterspirale: Die ganze  Welt auf zwei Quadratmetern

Dass Steinmauern selbst in der kalten Jahreszeit Sonnenwärme speichern, gibt Pflanzen wie Tieren einen Vorteil in ihrer Entwicklung. Und als eine besondere Form der Trockensteinmauer beherbergt die Kräuterspirale verschiedenste Kräuter auf kleinem Raum: Sie wird von ihrer eher sandigen Spitze für mediterrane Kräuter (Rosmarin, Oregano) nach unten hin (Salbei, Basilikum) immer mehr mit Kompost bereichert und wird an ihrem Ende zum Feuchtraum (Zitronenmelisse, Petersilie).

Die richtige Bepflanzung  der Trockensteinmauer

Entsprechend dem Standort gibt es die passende Pflanzenauswahl für sonnige bis schattigen Bereiche. Für sonnige Mauern müssen sonnenliebende Arten wie Mauerpfeffer, Blaukissen, oder Hauswurz gewählt werden. In schattigen Bereichen fühlen sich Farne oder Steinbrech wohl.

Vorsicht vor zu üppig wachsenden Polsterstauden: Dann sind die handwerkliche Arbeit und die Patina der Natursteinmauer nur noch zu erahnen. Auch der wärmespeichernde Effekt verliert sich allmählich.