Erstellt am 30. April 2013, 15:45

Endlich Steinzeit!. Stein als Baustoff spielt seit jeher eine bedeutende Rolle – in der Geschichte der Menschen, aber auch in der Geschichte der Gartenkunst. Auch heute ist Stein ein vielseitiges Material. Mit ihm lassen sich Wege, Treppen und Mauern gestalten. Je nach Bedarf und Nutzung sollten Form, Farbe und Material gewählt werden.

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Der einfachste Weg ist nicht immer der beste und vor allem nicht unbedingt der schönste. Das können vor allem jene Gartenbesitzer bestätigen, die schon des Öfteren bei Gatsch- und Regenwetter am Weg durch den Garten versunken sind. Ein Weg muss her. Ein ordentlicher, befestigter, am liebsten ein gepflasterter! Doch welche Sorte ist geeignet, und wie soll der Weg geführt werden? Schnurgerade? Oder sanft gewunden?

Je nachdem, wie der Garten genutzt wird und welche Erwartungen die Besitzer an ihn stellen, sollte das Material, die Form und die Farbe erkoren werden. Ein wichtiger Faktor sind auch die Witterungsverhältnisse. Außerdem ergeben sich je nach Nutzungsgrad verschiedene Anforderungen an Unterbau und Belag. Meist fügen sich besonders harmonisch jene Steine in den Garten, die in Ihrer Region auch in natura vorkommen.
Durch Wege werden einzelne Gartenbereiche miteinander verbunden, sie können aber auch als Trennlinien dienen und einen Garten in Themengebiete teilen. In streng formalen Gärten sollten sie gerade verlaufen und schaffen dadurch geometrisch angelegte Sichtachsen. Im ursprünglichen Naturgarten bieten sich eher verschlungene Wege an.

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Mit Steinen Elemente der Gestaltung wählen
Je nach Material können Wege die Gestaltung des Gartens betonen: Zusätzliche Leuchtkraft erhält etwa ein Staudengarten, wenn er durch weiße Kieswege begehbar gemacht wird. Einzelne Findlinge lassen den Heidegarten noch urwüchsiger wirken. Gepflasterte Wege können aus großen Bodenplatten oder Klinkersteinen bestehen, und sie blühen auf, wenn ihre Fugen mit niedrig wachsenden Pflanzen bereichert werden. Dadurch verwischt sich der Übergang zu den angrenzenden Beeten und Rabatten.
Ein Garten erhält Struktur durch Wege, bestens gelingt dies aber auch durch Mauern! Sie können den Garten einrahmen und als Sicht- und Lärmschutz dienen, sie teilen den Garten in unterschiedliche Räume oder laden als Sitzmäuerchen zum Verweilen ein. Eine frei stehende Sandsteinmauer am Lieblingsplatz schützt an den Abenden vor Wind und Kälte und strahlt die gespeicherte Wärme des vergangenen Tages zurück. Verwitterte größere Mauern lassen den Garten geheimnisvoll erscheinen und werfen die Frage auf, was sich wohl dahinter verstecken mag. Mauern mit großen Fugen sind Lebensraum für viele Kleintiere, darunter auch Eidechsen und Vögel.
Eine schöne Dekoration erhalten Fugen etwa durch Besiedelung mit Mauerpfeffer, Felsensteinrich, Porzellanblümchen, Hornkraut oder Blaukissen.

Wege sind praktischund verleihen Struktur
Form und Belag sollten aber zu Haus und Garten passen: So sind etwa große rechteckige Platten für geschwungene Wege eher ungeeignet – es sei denn, sie werden fächerartig verlegt. Eine weitere Grundregel von Experten: Jeder Weg sollte ein Ziel haben, also nicht abrupt enden, ohne auf etwas zu verweisen. Dies kann eine Terrasse sein, ein üppig bewachsener Blumenkübel, eine Bank oder auch ein Solitärgehölz.
Für häufig benutzte Wege, zum Beispiel zur Garage oder zum Hintereingang des Hauses, sind möglichst direkte und kurze Verbindungen sinnvoll. Soll ein Weg mit einer Schubkarre befahrbar sein, muss er breit genug sein, aus festem Material bestehen und über einen vernünftigen Wenderadius verfügen. Zum Unkrautjäten zwischen Stauden hingegen genügen einzelne Trittsteine.

Ein wild anmutender Landhausgarten hingegen mit Bauernhortensien, Pfingstrosen und Flieder erhält noch mehr Charme durch locker aneinander gereihte Naturbruchsteine oder Rindenmulchwege. Ein Tipp: Wer einen zu breit geratenen Weg im Nachhinein optisch schmaler machen will, greift ganz einfach zu Kübelpflanzen – oder pflanzt sich eine eigene kleine Allee.

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Wege schaffen auch schöne Sichtachen
Der schönste Kiesweg verliert indes an Wirkung, wenn kleine Steinchen in den angrenzenden Rasen kullern oder sich braune Erdklumpen zwischen die weiße Decke mischen! Dies verhindern Randsteine, die die Wege mit losem Belag befestigen. Gut geeignet für Stufengestaltungen sind Schiefer, Naturstein oder Betonformstein.
Um einen kleinen Garten optisch zu vergrößern, kann man Höhenunterschiede schaffen, die den Garten lebendig machen. Besonders interessant wirkt es, wenn die Ebenen unterschiedlich bepflanzt und so zu verschiedenen Einzelgärten werden: Vom formal angelegten Gartenstück gelangt man etwa über eine eher sachlich gestaltete Treppe in den Bauerngarten und von dort in den japanischen Garten, in dem Stein als Kiesfläche mit Bank und Laterne die Hauptrolle spielt.
Bei kleinen Gärten vergrößern Ebenen die gepflasterte Terrasse und schaffen mehr Platz für Gäste. So bringen sie den Stein für die Erfüllung des persönlichen Gartentraums ins Rollen.

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