Erstellt am 07. April 2016, 10:04

Evergreen Steildach. / Hausdächer können die unterschiedlichsten Formen haben – das Steildach hat sich über die gesamte Baugeschichte behauptet. Eines vorweg: Von einem Steildach spricht man bei einer Dachneigung von mehr als 20 Grad.

Es gibt viele Arten des Daches - alle haben eines gemeinsam: Sie tragen zum Erscheinungsbild des Hauses viel bei - und sie müssen auch viel aushalten.  |  NOEN, kavamysl/Shutterstock.com

Eines vorweg: Von einem Steildach spricht man bei einer Dachneigung von mehr als 20 Grad. Korrekt und professionell geplante und realisierte Steildächer können als solide Baukunst bezeichnet werden. Sie haben im Gegensatz zu anderen Dachformen ein paar ganz entscheidende Vorzüge, was sie wohl auch zur beliebtesten nach wie vor macht:

Wind und Sturm

Da die auf das Steildach einwirkenden Windkräfte direkt am First brechen, verringert sich die Sogkraft auf der dem Wind abgewandten Seite. Zudem werden Steildächer im Regelfall kleinformatig gedeckt und die kleineren Dachziegel werden vom Wind nicht komplett verweht, sondern nur angehoben, da kein Unterdruck entstehen kann.

Starke Niederschläge

Während bei Flachdächern die Entwässerung genau geplant und professionell umgesetzt werden muss, erledigt sich das beim Steildach von selbst. Durch die starke Neigung der Dachflächen rinnt das auftreffende Regenwasser schnell wieder ab – wichtig ist eine entsprechende Dachrinne und das dazugehörige Fallrohr.

Große Hitze

Die Tropentage nehmen zu und anhaltende Hitze kann einem Dach, und mehr noch den darunter Wohnenden ganz schön zusetzen. Da Steildächer immer zweischalig ausgeführt werden (Unterdach oder durchlüfteter Dachbodenraum), kann die Hitze relativ schnell über den Entlüftungskanal im Bereich des Firstes oder über Öffnungen im freien Dachbodenraum entweichen.

Lange Lebensdauer

Sie erhalten auf ein Steildach bzw. seine Eindeckmaterialien im Normalfall 30 Jahre Garantie. Kleinere Reparaturen wie der Tausch von kaputten Dachziegeln lassen sich problemlos selbst bewerkstelligen und die großen Dachvorsprünge schützen zudem die Fassade und die Fenster darunter.

Darunter wohnen

Der Dachausbau wird immer beliebter – kein Wunder, kann man doch relativ kostengünstig neuen Wohnraum im eigenen Haus schaffen. Beim Steildach ist aufgrund der Architektur und damit der Raumgebung ein Ausbau besonders rasch und unkompliziert möglich.

Generell fallen die Kosten für Dachhaut und Unterkonstruktion im Vergleich ein wenig niedriger aus als jene für ein Flachdach. Durch die starke Neigung eignen sich die Dachflächen des Steildaches besonders gut zur Integration von Photovoltaik- oder Solarpaneelen. Die Kosten für eine Dacheindeckung spart man sich an den betroffenen Stellen und die kostenlose Energie kann man im Haus nutzen.

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Dachtypen

Unter dem Sammelbegriff Steildach findet sich eine Vielzahl von Dachformen:

  • Satteldach. Die am weitesten verbreitete Dachform. Es ist sehr wirtschaftlich und lässt sich an den Giebelseiten einfach belichten. Sehr hohe Satteldächer lassen sich besser ausnutzen, wenn man zwischen den Sparren Kehlbalken einsetzt, auf denen man eine weitere Decke einziehen kann.
  • Pultdach. Ist wie das Satteldach sehr einfach und wirtschaftlich. Es besteht aus einer einzel-nen geneigten Fläche. Gern werden auch zwei Pultdächer kombiniert, wodurch zusätzliche Öffnungen für Lichtbänder entstehen. Das Pultdach gewinnt zunehmend beim Passivhausbau an Bedeutung.
  • Schleppdach. Weit über die Außenwände ragende Dachflächen oder Verlängerungen von Dachflächen, die eventuell außerhalb der Außenwände aufgelagert sind, nennt man Schleppdächer. Dienen meist der trockenen Lagerung von Materialien oder dem Unterstellen von Geräten und Fahrzeugen.
  • Tonnendach. Bildet im Profil einen Halbkreis oder andere gekrümmte Profile, z. B. Parabel- oder Ellipsenform. Wird entweder als Gewölbe oder als Sparrenlage konstruiert. Belichtung und Innenraumnutzung ist optimal bei dieser Dachform. Zudem hat es die geringst mögliche Oberfläche, was Material und Kosten spart. In der Regel wird es mit Metallblechen, in niederschlagsarmen Regionen aber auch mit Ziegeln gedeckt.
  • Walmdach. Unterscheidet sich vom Satteldach durch das Fehlen der markanten Giebel. Es hat an allen Seiten des Hauses geneigte Dachflächen, die miteinander verschneiden und an den entstehenden Schnittkanten Grate bilden. Giebelwände entfallen somit und das Haus ist besser geschützt. Der Dachraum verkleinert sich und ist weniger gut nutzbar.
  • Außerdem: Kreuzdach, Kuppeldach, Sheddach, Mansarddach (mit Giebel oder mit Fußwalm oder mit Schopf), Zwerchdach, Rhombendach, Ringpultdach, Pyramidendach, Faltdach …