Erstellt am 18. September 2012, 11:16

EVN-Kraftwerk in Albanien nahm Betrieb auf. In Nordalbanien ist am Dienstag das erste von Verbund und EVN im Ausland gemeinsam errichtete Wasserkraftwerk offiziell in Betrieb gegangen.

Die Anlage von Ashta, die rund 100.000 Haushalte mit Strom versorgen wird, ist binnen 30 Monaten mit Investitionen von 215 Mio. Euro errichtet worden. Der Verbund ist an weiteren Projekten in dem Land interessiert, bekräftigte Generaldirektor Wolfgang Anzengruber in Tirana, und EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz stellte für 2013 den Baubeginn für mehrere Wasserkraftanlagen an Fluss Devoll im Süden in Aussicht - doch beide beklagten auch Hindernisse für Investoren beim rechtlichen Rahmen.

Heute muss Albanien 40 Prozent seines Strombedarfs importieren - für den Verbund laut Anzengruber "genug Raum, um unsere Tätigkeit auch hier auszuweiten". Allerdings müssten dafür die Rahmenbedingungen auf der rechtlichen Seite in Albanien besser dargestellt werden. Auch die EVN sieht, trotz ihres großen Devoll-Vorhabens im Süden, die Voraussetzungen für ausländische Investoren "noch nicht gegeben", so Szyszkowitz vor österreichischen Journalisten.

Der niederösterreichische Versorger EVN könnte im Jahr 2013 mit der norwegischen Statkraft den schon länger angekündigten Bau der Devoll-Kraftwerke beginnen, sofern der Rechtsrahmen und die Investitionssicherheit gegeben sind, sagte Szyszkowitz. Zirka 2017/18 könnte die Kraftwerkskette mit insgesamt 280 MW Leistung und mindestens 800 Mio. Euro Investitionsvolumen fertig sein.

Der führende heimische Stromerzeuger Verbund, der fast 90 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft erzeugt, will in dem Bereich seine "Investitionen in allen Ländern, in denen wir tätig sind, fortsetzen", wie Anzengruber sagte.