Erstellt am 28. Mai 2013, 11:55

EVN-Stromhilfe für Deutschland um drei Jahre verlängert. Die "Stromhilfe" des niederösterreichischen Versorgers EVN für Deutschland ist für weitere drei Jahre verlängert worden.

Aus den Gaskraftwerken Theiss und Korneuburg werde erneut eine Reservekapazität von 785 Megawatt (MW) für die deutsche Bundesnetzagentur pro Winterhalbjahr bereitgestellt, um gegebenenfalls den süddeutschen Raum mit Energie zu versorgen, teilte die EVN heute bei der Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse mit. Mit dem Verbund gibt es noch keinen Abschluss.

Man sei in laufendem Kontakt, der Verbund habe ein Angebot gelegt, es sei aber noch nichts fixiert, hieß es aus dem Verbund. Es gehe wie in den beiden Jahren davor um 150 MW aus dem ölbetriebenen Fernheizkraftwerk Neudorf-Werndorf II.

Im vergangenen Winter sei die Stromhilfe einmal in Anspruch genommen worden, sagte EVN-Chef Peter Layr heute, Dienstag, bei der Halbjahrespressekonferenz. Die Reservekapazitäten würden dann abgerufen, wenn es über einen längeren Zeitraum sehr kalt ist.

Die "Austro-Stromhilfe" von EVN und Verbund wurde erstmals im Herbst 2011 vereinbart.

Die deutschen Netzbetreiber stellen mit der so genannten "Kaltreserve" zusätzlich Kraftwerkskapazitäten für den Winter bereit. In den kalten Monaten kann es Probleme geben, wenn der Verbrauch höher ist, gleichzeitig aber die Energiegewinnung aus Solaranlagen eingeschränkt ist und sich bei einer Flaute auch keine Windräder drehen.

Die Kaltreserve dient aber auch als Absicherung für kritische Netzsituationen und wird nicht nur wegen drohender Engpässe, sonder auch als Puffer für die Windstromproduktion angezapft, wie dies heuer Ende Jänner der Fall war. Denn wenn an einigen Stellen massiv Windstrom in das Netz drückt, muss das Netz an anderer Stelle entsprechend gestärkt oder entlastet werden. Als Reserve dienen ältere Kraftwerke.