Erstellt am 30. April 2013, 15:39

Exotische Früchte für Zuhause. Früchte wie im Urlaub können teilweise auch in heimischen Gärten gezogen werden. Für Hobbygärtner eine willkommene Alternative zum exotischen Obst aus dem Supermarkt.

Wer exotische Früchte liebt und sie am liebsten gleich zuhause von der Pflanze ernten will, muss nicht in tropische Regionen ziehen, zahlreiche Exoten lassen sich auch ohne Probleme in unseren Breiten ziehen, wenn sie über Winter an einem schönen Plätzchen im Haus stehen, denn nur die wenigsten Pflanzen, die aus meistens südlichen Ländern stammen, konnten für unsere Breiten kultiviert werden und sind winterhart.
Eine Ausnahme ist der Kakibaum, er ist winterhart bis minus 15 Grad. Die meisten anderen exotischen Pflanzen, die auch Früchte tragen, eignen sich ganzjährig sehr gut als Zimmerpflanzen, die nur im Hochsommer die Terrassen und Balkone zieren.
Dennoch ist das Licht häufig wichtiger als die Wärme. Es sollte daher auf einen sonnigen Standort geachtet werden oder eine zusätzliche Beleuchtungsquelle aufgestellt werden. Bekommen die exotischen Pflanzen zu wenig Licht, wird die Ernte der reifen Früchte wahrscheinlich mager ausfallen.
Ein Problem stellt auch die Befruchtung dar. Beim Kauf von Setzlingen sollte auf jeden Fall immer darauf geachtet werden, dass man ein Paar aussucht, also eine Pflanze mit männlichen und eine mit rein weiblichen Blüten. Dennoch wird es teilweise notwendig sein, dass man selbst zur „Biene“ wird und mit einem Wattestäbchen den Pollen von einer Pflanze zur anderen überträgt.

Früchte wie aus dem Lieblingsurlaubsziel
  • Ein wegen ihrer leckeren Früchte beliebtes Bromeliengewächs ist die Ananas. Sie kann in unseren Breiten zwar nicht ausgepflanzt werden, kann aber bei guten Bedingungen jedes Jahr blühen und eine Frucht ausbilden. Anfangs wird die Ananas in einem kleinen Topf vorgezogen und dann in einen großen umgesetzt, der die Ausbildung eines Wurzelnetzes von bis zu einem Meter Tiefe erlaubt.

  • Wunderbare Blüten und leckere Früchte hat die Bananenstaude in den Tropen. Sie ist bei uns nicht winterhart und eignet sich daher nicht zum Auspflanzen. Am besten gedeiht die Banane in einem Warmhaus. Bananenpflanzen sind regelrechte Sonnenanbeter und vertragen auch Mittagshitze. Günstig für ein schnelles Wachstum und eine reiche Ernte ist nährstoffreiche Erde. Gut geeignet sind Humus oder Komposterde, die unter die normale Erde gemischt werden.

  • Die Kiwi ist eine bis zu zehn Meter hohe rankende Kletterpflanze und ist am sichersten in Kübel zu pflanzen, allerdings bedarf es Kreativität, um ein transportierbares Rankgerüst anzubringen. Bei der Kiwi gibt es männliche und weibliche Pflanzen, und der Gärtner muss hier im Frühling „Biene“ spielen und bestäuben. Im Spätherbst gibt es dann die reifen Früchte zu ernten. Bis zur ersten Frucht muss man sich jedoch vier Jahre gedulden.

  • Die aus Vorderasien stammenden Feigen können auch bei uns sowohl unter Glas als auch im Freien kultiviert werden. Wenn man sich des Fruchtansatzes aber sicher sein will, sollte man ein Glashaus präferieren. Am besten wählt man eine Feige, bei der es auch ohne Befruchtung zur Fruchtbildung kommt. Die Früchte reifen ab August nach und nach, müssen dann aber alsbald genossen oder verarbeitet werden.

  • Kaffee aus dem eigenen Garten? Mit einem Kaffeestrauch, der zwar erst nach drei bis vier Jahren die ersten Blüten ansetzt, können geduldige Gärtner ihr Glück versuchen. Im Sommer kann der Kaffeestrauch im Garten stehen, dann wird er auch von unseren Insekten bestäubt. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, vor allem in der Zeit von März bis September, diese erreicht man mit einem wassergefüllten Untersetzter.
Wenn man sich also ein bisschen umhört, klappt es auch mit den Exoten im Garten.


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