Erstellt am 12. September 2011, 07:40

Farbiges Finale im Beet. TERRASSE / Nur weil der Sommer langsam ausklingt, muss die Blütenfülle noch lange kein Ende haben.

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VON TINA WESSIG

Unübersehbar segeln gelbe Blätter zu Boden und künden vom nahenden Herbst. Gerade jetzt wollen wir den Blütenzauber noch einmal intensiv erleben.
Dazu eignen sich etwa Chrysanthemen, die bis zum Frost tapfer durchhalten und Balkon oder Terrasse schmücken. Bewährte Sorten wie Altgold, Herbstbrokat oder Clara Curtis eignen sich besonders für Staudenrabatten und sind ideal als langlebige Schnittblumen. Chrysanthemen im Topf aber nicht zu stark gießen, sie mögen keine Staunässe. Einige Sorten sind frosthart und schmücken auch noch bei ersten Nachtfrösten den Garten.

Sie zählen zu den Asterngewächsen, so wie die Dahlien, ebenfalls beliebte Herbstblumen. Es gibt mittlerweile mehr als 40.000 registrierte Sorten. In ihrem Heimatland Mexiko gibt es 35 wild wachsende Dahlienarten. Sie sind wahre Ausdauerblüher. Erst der Frost setzt auch ihrer Farbenpracht ein Ende. Damit die „Königin des Herbstes“ bis weit in die kühle Zeit hinein blüht, ist es wichtig, Verblühtes regelmäßig zu entfernen. Dies führt dazu, dass sich wieder neue Knospen bilden.

Zwiebelpflanzen rechtzeitig aus der Erde nehmen
Dahlienknollen sind nicht winterhart. Deshalb müssen sie im Herbst ausgegraben und in einem frostfreien Raum bei zwei bis zehn Grad Celsius gelagert werden. Wenn Dahlien im Topf wachsen, können sie einfach mit dem Pflanzgefäß in ein frostfreies Winterquartier umziehen. Über den Knollen sollte ein etwa zehn Zentimeter langer Teil vom Stängel stehen bleiben, denn die Triebe im nächsten Jahr kommen aus den alten Stängelteilen.
Astern wiederum werden auch oft „Sternblumen“ genannt, weil ihre strahlenartigen Blüten ein wenig an Sterne erinnern.

Der griechischen Mythologie nach sind Astern übrigens aus den Tränen einer Göttin entstanden: Astraea, die Göttin der Unschuld, soll mit den Menschen auf der Erde gelebt haben. Als die Schlechtigkeit unter den Menschen aber immer mehr zunahm, verließ sie die Erde und lebte fortan im Sternbild der Jungfrau. Eine große Flut raffte daraufhin alle Menschen hinweg – bis auf ein Pärchen. Astraea sah voll Mitleid auf die beiden und weinte. Und dort, wo ihre Tränen auf die Erde fielen, wuchsen Sternblumen, also Astern.

Während viele andere Stauden schon verblüht sind, lassen die Herbst-Astern die Beete mit ihren intensiven Blütenfarben leuchten. Die Farbpalette umfasst eine Fülle an Nuancen von reinem Weiß über Pastelltöne bis hin zu kräftigem Blau, Rot und Violett. Mit großen Blüten ziehen sie Schmetterlinge an und sorgen so zu einem späten Zeitpunkt des Jahres noch einmal für wertvolle Insektennahrung. Die Wuchsformen und -höhen dieser blühfreudigen Stauden variieren stark: Manche werden über einen Meter hoch, andere bilden kompakte niedrige Blütenkissen. So finden sich auch für kleine Gärten tolle Blickfänge, die vergessen lassen, dass das Gartenjahr langsam zu Ende geht.

Fröhliche Leichtigkeit bringen Herbstanemonen
In fülliger Blüte präsentieren sich die Herbstanemonen. Sie bringen bis Oktober fröhliche Unbekümmertheit in den Garten. Sie blühen weiß, rosa oder rot. Am besten gedeihen die eindrucksvollen Schönen an halbschattigen Standorten mit ausreichender Bewässerung.
Auch viele Gräser, die noch blühen oder durch ihre schönen Blätter auffallen, wurden in großen Töpfen herangezogen und sind deshalb kräftig gewachsene und stattliche Pflanzen. Dazu zählt etwa das Lampenputzergras oder Chinaschilf.
Für eine blütenreiche Spätsommeratmosphäre sorgt außerdem die widerstandsfähige Fetthenne; ein farbenfroher, „ritterlicher“ Begleiter ist der blaue Eisenhut, dessen Blüten in ihrer Form an kleine Ritterhelme erinnern. Auch Silberkerzen sind attraktive Partner.
Noch ein Tipp für Rosenfreunde: Wer noch wochenlang Freude an den Blüten haben möchte, tut gut daran, Verblühtes abzuschneiden. Dann brauchen die Pflanzen keine Kraft zum Ausreifen von Hagebutten, sondern können weiter neue Blüten bilden.