Erstellt am 05. September 2013, 08:40

Fernkälteversorgung für das St. Pöltner Landesklinikum. Am Mittwoch erfolgte die Eröffnung der Fernkälteversorgung für das Landesklinikum St. Pölten – zukunftsorientierte Technologie für die Landeshauptstadt.

Mag. Dr. Bernhard Kadlec, Mag. Karl Wilfing, Mag. Matthias Stadler und Dr. Peter Layr im Maschinenraum der Fernkälteanlage. Foto: mss/Mayer  |  NOEN, mss/Mayer
Landesrat Mag. Karl Wilfing, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, EVN-Vorstandssprecher Dr. Peter Layr, der kaufmännische Direktor des Landesklinikums Mag. Dr. Bernhard Kadlec sowie die Geschäftsführer der Fernwärme St. Pölten (Ing. Walter Rohrhofer und Ing. Erwin Ruthner, MSc) eröffneten feierlich die Anlage.

Kälte durch Wärme statt Strom

Anstelle von Strom wird künftig Wärme für die Erzeugung von Kälte verwendet. Entscheidend für die Umweltfreundlichkeit ist die Herkunft der Wärme, welche hier aus der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Dürnrohr stammt.

Die EVN errichtete 2009 die längste Fernwärmeleitung Österreichs – von Dürnrohr nach St. Pölten. Zwei Drittel der benötigten Fernwärme für St. Pölten stammen heute aus Dürnrohr.
 
Die Nutzung reiner Abwärme für die Produktion von Fernkälte führt zu einem deutlich geringeren Verbrauch an fossilen Brennstoffen und damit zu wesentlich geringeren Emissionen. Pro Jahr können so rund 630 Tonnen CO2 vermieden werden.

Probebetrieb seit April, bald ist das ganze LKH versorgt

 Die technischen Arbeiten der Fernkälte-Anlage begannen im Juli 2012 und sind nun weitgehend abgeschlossen. Seit April dieses Jahres läuft der Probebetrieb und seit Juni wird der erste Teil des Landesklinikums mit Fernkälte versorgt. Die vollständige Inbetriebnahme steht kurz bevor.
 
Das Investitionsvolumen für den ersten Bauabschnitt beläuft sich auf rund 8,2 Millionen Euro. Im Endausbau, der in den nächsten Jahren erfolgt, beträgt die geplante Kapazität 14 Megawatt.
 

Stimmen zur Eröffnung:

Landesrat Mag. Karl Wilfing: „Durch die Verwendung der ohnehin ganzjährig anfallenden Abwärme zur Erzeugung von Kälte können die Kraftwerke der EVN optimal genutzt werden. Die Versorgung mit Fernkälte ist einer der vielen Aspekte die im Gesamtausbau des Landesklinikums Ökonomie und Ökologie vereinen. Am Standort St. Pölten investieren wir seitens des Landes NÖ rund 510 Millionen Euro in den Zu- und Umbau des Klinikums. Gerade im Hinblick auf Klima- und Umweltschutz rechnet sich daher dieses Projekt und die neue Fernkälteversorgung doppelt. Jede Zukunftsinvestition im Bauprojekt soll auch eine Investition in die Nachhaltigkeit sein.“

Vorstandssprecher Dr. Peter Layr: „Der wachsende Kältebedarf und die begrenzte Verfügbarkeit fossiler Energiereserven verlangen nach innovativen Lösungen. Hier bietet sich das umweltfreundliche System der Fernkälteversorgung an. Wir sind stets bemüht unsere Anlagen möglichst effizient zu nutzen und innovative Projekte voranzutreiben.“

Bürgermeister Mag. Matthias Stadler: „Die Errichtung der Fernkälteanlage durch die Fernwärme St. Pölten GmbH ist ein richtungsweisendes Projekt: Die Abwärme aus dem Kraftwerk Dürnrohr kann über die längste Fernwärmeleitung nicht nur zum Heizen sondern auch zur Fernkälteerzeugung effizient genutzt werden. St. Pölten beweist damit einmal mehr seine Kompetenz in der Nutzung umweltfreundlicher Energie und den dafür notwendigen Pioniergeist. Die Ressourcen und die Umwelt werden nachhaltig geschont. Indem rund drei Viertel der am Bau beteiligten Firmen aus St. Pölten oder der näheren Umgebung stammen, wurden Arbeitsplätze in der Region gesichert und eine hohe Wertschöpfung für den  Zentralraum erzielt.“

Mag. Dr. Bernhard Kadlec: „Die Versorgung aller Bereiche des Landesklinikums mit Wärme und Kälte ist eine große Herausforderung. Kälte wird nicht nur für den Komfortfaktor Klimaanlage, sondern auch zur Kühlung von Großgeräten, IT-Anlagen und zur Regulierung der Feuchtigkeit in sensiblen Bereichen wie Intensivstationen und OPs benötigt. Der Umstieg von der lokalen Kälteproduktion auf die Versorgung durch Fernkälte ist ein betriebswirtschaftlich und ökologisch richtungweisender Schritt. Dank der verlässlichen Partner EVN und Fernwärme St. Pölten kann sich unsere Haustechnik ganz auf ihre Kernaufgaben im Krankenhausbetrieb konzentrieren.“