Erstellt am 05. März 2013, 12:03

Fördergeld lässt Wohn-Träume wahr werden. Im Rahmen des Wohnbaumodells unterstützt das Land Niederösterreich mit der Eigenheimsanierung oder der Eigenheimförderung beim Bauen und Sanieren.

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Ein Dachgeschoßausbau, die Sanierung der Fassade beziehungsweise der Fenster, eine neue Heizung oder ein Zubau zum Haus – von Zeit zu Zeit sind Veränderungen am Eigenheim einfach notwendig.
Die Eigenheimsanierung ist eine Förderung für all jene, die entweder ein bestehendes Gebäude sanieren oder durch Zu-, Um-, Auf- oder Einbauten eine neue Wohneinheit schaffen möchten.
Und das Angebot wird gerne angenommen, weiß Helmut Frank, Leiter der Abteilung Wohnungsförderung beim Amt der NÖ Landesregierung: „In den letzten Jahren konnten im Eigenheim-Sanierungsbereich jährlich zwischen 8.000 und 10.000 Wohneinheiten bewilligt werden.“ Wer um Förderung ansuchen kann und welche Rahmenbedingungen es sonst gibt, zeigt der folgende Überblick:

  • Welche Gebäude werden gefördert?

Grundsätzlich ist die Förderung von Sanierungsmaßnahmen nur bei Gebäuden möglich, deren Baubewilligung mindestens 20 Jahre zurückliegt, ausgenommen davon sind Maßnahmen für die Verminderung des Energieverbrauchs (wie zum Beispiel Dämmmaßnahmen), Heizungsanlagen mit erneuerbarer beziehungsweise biogener Energie, präventive Hochwasserschutzmaßnahmen sowie Sanierungsarbeiten nach Hochwässern, Sicherheitsmaßnahmen und behindertengerechte Maßnahmen.
Wird ein Wohnraum neu geschaffen, werden bis zu zwei neue Wohneinheiten bei einem bereits bestehenden Gebäude gefördert. Voraussetzung: Die neu geschaffene Wohnung muss aber mindestens aus Bad (Dusche), WC, Küche (oder Kochnische) und einem Zimmer bestehen.

  • Wie funktioniert die Eigenheimsanierung?

Grundlage für die Berechnung der förderbaren Sanierungskosten und den Erhalt der Förderung ist ein Energieausweis. Die Höhe der Förderung errechnet sich prozentuell anhand eines Punktesystems. Man unterscheidet zwischen den Punkten auf Basis Energieausweis und den Punkten auf Basis Nachhaltigkeit, wobei ein Punkt einem Prozent Förderung entspricht.
Bewertet werden unter anderem die geplanten Energieeinsparungen durch neue Fenster und/oder Fassade.
Ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Förderung haben verschiedene Nachhaltigkeitskriterien. Hierzu gehören unter anderem Heizungsanlagen mit festen biogenen Brennstoffen, biogene Fernwärme, Wärmepumpenanlangen, Solaranlagen, Photovoltaikanlagen, die Verwendung von ökologischen Baustoffen oder verschiedene Sicherheitsmaßnahmen. Den für die Sanierung oder den Umbau zuerkannten geförderten Betrag muss man dann in Form eines Darlehens aufnehmen. Die Mindestlaufzeit muss zehn Jahre betragen, wobei ein jährlicher Zuschuss von drei Prozent möglich ist.
Ein Beispiel verdeutlicht das: „Die Förderung errechnet sich aus den erreichten Punkten und den Sanierungskosten. Werden beispielsweise 80 Punkte erreicht und sind Sanierungskostenvon 50.000 Euro zu erwarten, so betragen die förderbaren Sanierungskosten somit 40.000 Euro“, erklärt Frank. Dieser Betrag muss als Darlehen aufgenommen werden. Der drei-prozentige Zuschuss über eine Dauer von zehn Jahren beträgt in diesem Beispiel somit insgesamt 12.000 Euro.
Maximal können 500 Euro pro Quadratmeter als förderbare Obergrenze der Sanierungskosten anerkannt werden. Pro Wohnung liegt die maximale förderbare Fläche bei 130 Qua-dratmetern. Somit liegt der mögliche Höchstbetrag bei 65.000 Euro.

  • Welche Maßnahmen sind im Rahmen der Eigenheimsanierung förderungswürdig?

Positiv auf das Punktesystem und somit auf den geförderten Betrag wirken sich eine gute Wärmedämmung der Decken und Wände oder ein Fenstertausch aus.
Punkte auf Basis Nachhaltigkeit gibt es zum Beispiel aber auch für neue Heizungsanlagen. Gefördert werden unter anderem Pellets- und Hackschnitzelheizungen oder Stückholzkessel mit Pufferspeicher in Verbindung mit einer thermischen Solaranlage. Hierfür sind bis zu 35 Punkte möglich.
Für eine Wärmepumpe mit Anschluss einer thermischen Solar- oder Photovoltaikanlage erhält man bis zu 40 Punkte. Werden zur Wärmepumpe sowohl die thermische Solaranlage als auch die Photovoltaikanlage errichtet, sind sogar bis zu 55 Punkte möglich.

Die Verwendung von umwelt- und klimaschonenden Materialien beim Sanieren ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium. Wer den Einsatz geprüfter ökologischer Baustoffe nachweisen kann, erhält bis zu 15 Förderungspunkte. Förderbar sind auch begrünte Dächer. Für eine Teilbegrünung sind zwei, für eine intensive Begrünung vier Punkte vorgesehen. Ein Tipp vom Experten: „Abhängig von der individuellen Energiesituation des Gebäudes und der Familiensituation des Antragstellers, kann man für die Schaffung einer neuen Wohneinheit bei einem bestehenden Gebäude wahlweise um folgende Förderung ansuchen: Eine Möglichkeit ist eben die Eigenheimsanierung, wo die Unterstützung in Form eines Zuschusses zu einem Darlehen erfolgt.“ Oder man sucht um ein Direktdarlehen im Rahmen der Eigenheimförderung an.

Beratung: NÖ Wohnbau-Hotline
02742 / 22 133 (Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 14 Uhr) oder www.noe.gv.at

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