Erstellt am 29. August 2013, 12:00

Gefräßiger Schmetterling. Fraßschäden / Ungewöhnlich starker Lochfraß fällt mancherorts an Bäumen und Blättern auf. Schuld daran ist der Frostspanner – ein Schmetterling, der heuer besonders zahlreich auftritt.

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Von Tina Wessig

Ein unscheinbarer, graubrauner Schmetterling verursacht heuer in den heimischen Gärten ein ziemlich unschönes Bild: Blätter auf Bäumen sind zerlöchert, zum Teil stehen nur noch die Blattrippen. Schuld daran ist der Frostspanner, für den die Witterungsbedingungen in diesem Jahr besonders günstig waren.

Generell fiel den Experten vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) schon 2013 ein Anstieg der Schmetterlingspopulation auf, für das Jahr 2014 wird ein weiteres Anwachsen erwartet. Vor allem der Kleine Frostspanner komme heuer gehäuft vor, heißt es, aber auch der Große Frostspanner sowie der Federfühler-Herbstspanner.

Blattverluste bei Ahorn, Linde, Buche und Obst 

Die Falter beenden ihr Puppenstadium im Herbst, meist nach dem ersten Frost. Dann erfolgt die Paarung und Eiablage auf den Rindenritzen der Wirtsbäume. Heuer waren einige Faktoren für den unbeliebten Forstschädling gut: Der Zeitpunkt des Schlüpfens erfolgte zeitgleich mit dem Blattaustrieb, die Wetterbedingungen waren perfekt für die Entwicklung der Raupen.

Zu den Gegenspielern des Frostspanners gehören Nützlinge wie Schlupfwespen und Raupenfliegen, dazu kommen in geringerem Ausmaß Spechte und Singvögel, die ihre Jungen mit den Raupen füttern.

Zumindest für das kommende Jahr kann bereits Vorsorge getroffen werden: „In manchen Gegenden, sogenannten Frostspannerlagen, tritt der Kleine Frostspanner relativ regelmäßig auf. Die ausgewachsenen Spanner treten im Herbst in Erscheinung“, sagt Peter Kunert vom NÖ Gartentelefon voraus. „Um weibliche Tiere auf ihrem Weg abzufangen, eignen sich Leimringe, die fest um den Baumstamm gebunden werden.“

Dadurch werden die Spanner am Hochkriechen und somit an der Eiablage in der Baumkrone gehindert. Diese Methode wird großflächig auch im Streuobstbau angewendet. Aber Achtung: Da vielfach dann die gesamte Eiablage an den klebenden Manschetten verrichtet wird, muss der Ring rechtzeitig abgesammelt und verbrannt werden. Dann sind im kommenden Jahr auch unsere Bäume wieder belaubt.