Erstellt am 11. September 2013, 09:00

Geschenke der Natur. Obstgehölze | Frisch aus dem Garten auf den Tisch: Obst bereichert unser Leben. Wer könnte sich einen Naturgarten ohne malerische Obstbäume oder verlockende Beerenhecken vorstellen?

Von Tina Wessig

Bis spät in den Herbst erfreuen uns Obstgehölze mit ihrem reichen Angebot an köstlichen Früchten. Außerdem schmücken Obstbäume mit ihrem herbstlich-bunten Kleid das Bild vieler Gärten. Im Frühling sind sie mit ihrem unvergleichlich zarten Blütenflor in Weiß und Rosa ein Blickfang für Menschen – und ein reich gedeckter Tisch für Bienen und Hummeln. Und auch in der Hitze des Sommers, in der sie Schatten spenden, sind sie von unschätzbarem Wert.

Seit den 1960er-Jahren ging es dem Obstbau im Siedlungsraum zunehmend „an den Stamm“. Erst der Biotrend der letzten Jahre bewirkte eine Gegenbewegung – der Obstbaum hält wieder Einzug in die Gärten! Und das ist gut so. Denn Obstgehölze sind in den unterschiedlichsten Größen verfügbar und passen damit auch in unsere oft kleinen Hausgärten. Sie gehören zu den schönsten Blütengehölzen und sind in der Gartengestaltung vielseitig einsetzbar: vom Schattenbaum über Sichtschutzhecken bis zu Formbäumchen, von der Zaunberankung bis zu Wandspalieren, oder gar für malerische Laubengänge.

Obst im Garten hat aber buchstäblich auch für jeden Geschmack etwas zu bieten: Der eine Gärtner freut sich an der schönen, üppigen Blüte, lässt die Bäume wachsen, wie sie wollen, und pflückt beim Vorbeigehen reife Früchte zum Naschen. Der andere Gärtner schneidet, bindet, lichtet aus und erntet im Herbst reichlich Obst zum Einkochen, Lagern und Dörren.

Obstgehölze bieten ideale Lebensräume

Eine Vielzahl an gern gesehenen, willkommenen Gästen wie etwa Sieben- oder Gartenschläfer, Eichhörnchen, aber auch Grünspecht und viele andere Vögel sowie zahllose Insektenarten leben auf unseren Fruchtgehölzen.

Und die sind wirklich für jede Gartenbeschaffenheit zu bekommen: Kleine Baumformen, wie Spindelbusch und Spaliere mit einer Stammhöhe von zierlichen 40 Zentimetern, sind für kleinere Gärten geeignet, die Kronen von Halbstämmen wachsen ab einer Stammhöhe von rund eineinhalb Metern und solche mit Hochstämmen, deren Stammhöhe über eineinhalb Metern liegt, können gar fünf Meter und mehr im Durchmesser erreichen.

Dazwischen gibt es vor allem beim Apfel eine ganze Reihe mittelstark wachsender Formen, die für Hausgärten gut geeignet sind. Hat man sich einmal für einen Baum, eine Größe und eine Sorte entschieden, kann man ans Pflanzen denken. Obstbäume werden auch heute noch großteils als wurzelnackte Ware angeboten, daher werden sie im Winterhalbjahr gepflanzt.

Langsam wird es Herbst: Jetzt ist Pflanzzeit!

Empfindliche Obstarten wie die Marille, der Pfirsich und die Walnuss pflanzt man am besten im zeitigen Frühjahr. Apfel und Birne hingegen fühlen sich im warmen Klima besser und schätzen es sehr, wenn sie schon im Herbst an ihren neuen Standort kommen. Sehr späte Pflanzungen im Dezember sind eher zu vermeiden.

Containerpflanzen können hingegen das ganze Jahr über gepflanzt werden. Apfel, Zwetschke, Kiwi und Beerensträucher sind überdies für genügend Feuchtigkeit im Erdreich dankbar. Mit normalen Gartenböden kommen Obstbäume in der Regel gut zurecht; eine zusätzliche Düngung ist daher meist nicht nötig. Aber für etwas gut verrotteten Kompost sind die Bäume dankbar und werden im kommenden Jahr reichlich tragen.
 

Garten-Tipp:

Naturgartenfest im Museumsdorf Niedersulz: Am 14. 9. 2013 laden die Aktion „Natur im Garten“ und das Museumsdorf Niedersulz mit der Volkskultur Niederösterreich zum traditionellen Naturgartenfest. Info am NÖ Gartentelefon +43 (0)2742/ 74 333 und unter www.naturimgarten.at sowie www.museumsdorf.at.