Erstellt am 23. April 2012, 00:00

Grüne, gefräßige Gäste. BUCHSBAUMZÜNSLER / Zahlreiche Hobbygärtner sind betroffen: Die Raupe des Schmetterlings ist auch heuer in NÖ unterwegs. Aber kein Grund zur Panik: Experten wissen, wie man vorgeht.

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VON TINA WESSIG

Im vergangenen Jahr war die kleine, grüne Raupe bereits ein Thema in einigen Regionen Niederösterreichs. Vor allem der Tullner Raum (auch die GARTEN TULLN) wurden vom Buchsbaumzünsler heimgesucht.

Wie genau der ostasiatische Schmetterling auf sich aufmerksam macht, weiß Fiona Kiss, die für ökologische Pflege und Pflanzenschutz bei „Natur im Garten“ zuständig ist: „Die Raupe kann zu einem Kahlfraß an Buchsbäumen führen, Panik ist aber nicht angebracht, denn es gibt gute und wirksame ökologische Methoden, diesen Schädling einzudämmen.“

Überwintert hat der Buchsbaumzünsler als Raupe in einem Kokon geschützt; durch den milden Winter kann auch der ausgewachsene Schmetterling durchaus überlebt haben. Ab März beginnt die Raupe mit dem Fraß, und deshalb sollte bereits jetzt in den Gärten der Buchs kontrolliert werden. Hierzu muss man das Innere der Pflanzen in Augenschein nehmen und muss die Blattunterseiten genau überprüfen, weil die jüngeren Raupen nur blattunterseits fressen.

Auffällig sind bei stärkerem Befall die Gespinstnester (Bild unten). Da eine Raupe bis zu ihrer Entwicklung zum Schmetterling etwa 45 Blätter frisst, können bereits wenige Raupen den Buchs erheblich schädigen. Der Schmetterling selbst kann bis zu fünf Kilometer weit fliegen und so den Befall ausdehnen.

Das Beste zum Eindämmen:  Absammeln & Wegschneiden

Wer Raupen findet, kann durch Wegschneiden oder Absammeln einen Großteil der Schäden verringern. Eine weitere wichtige Maßnahme ist das Fördern unserer heimischen Vogelwelt! Nistmöglichkeiten, pestizidfreie Gärten und pflanzliche Vielfalt locken Meisen und Co. verstärkt an.

Wird es wärmer und der Fraß des Buchsbaumzünslers nimmt zu, kann ein biologisches Mittel eingesetzt werden: Bacillus thuringiensis ist eine Raupenkrankheit, die schnell greift. Sie wirkt ausschließlich gegen Raupen und gefährdet keine Nützlinge. Für Menschen und Haustiere ist sie auch ungefährlich. Das Mittel ist in Kleinpackungen für den Privatgarten erhältlich (Name „XenTari“) und kann ab zwölf Grad Celsius eingesetzt werden. Bereits fünf Stunden nach der Spritzung hört der Fraß auf und die Tiere verenden. Etwa eine Woche lang ist das Bakterium auf der Pflanze wirksam; wichtig ist die komplette Benetzung der Blätter und der Blattunterseiten mit dem Präparat, das durch den Fraß der Raupen aufgenommen wird. Wichtig: Da es vom Buchsbaumzünsler zwei bis drei Generationen pro Jahr gibt, muss mehrmals kontrolliert werden.