Erstellt am 13. Februar 2014, 14:43

Heiß & kalt durch Farben. Wer weiß, wie Farben und Licht richtig eingesetzt werden, kann damit auch sein Wärmeempfinden beeinflussen. So fühlt sich der kalte Winter auf einer Couch vor einer feurig roten Wand nicht mehr ganz so kalt an ...

20 Grad Raumtemperatur fühlen sich, wenn sie mit einer Fußbodenheizung erzeugt werden, ein bis zwei Grad wärmer an, weiß Bundesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker Michael Mattes. Aber nicht nur eine Fußbodenheizung kann das Wärmeempfinden beeinflussen.

Ist es im Winter kalt, wickelt man sich in eine kuschelige Decke, brüht sich einen wärmenden Tee oder dreht einfach das Heizungsthermostat weiter hinauf. Doch es geht auch anders: Mit der richtigen Wandgestaltung können ein paar Grad an Raumtemperatur gewonnen werden, zumindest gefühlte.

Denn es ist bekannt, dass die verschiedenen Farben nicht nur die Umwelt beleben, sondern jede einen speziellen Einfluss auf das Umfeld hat. Gelb-, Orange- und Rottöne gelten als warme Farben. Wer seine Wände, oder auch nur eine Wand, mit einer solchen Farbe ausstattet, sorgt für ein wohlig-warmes Wohngefühl.

So wird die Raumtemperatur in einem Zimmer, welche über eine knallrote Wand verfügt, wärmer wahrgenommen, als beispielsweise ein Raum, der in Blautönen ausgemalt wurde. Knallige Farben sind natürlich nicht jedermanns Sache. Mit einem weißen Wandtattoo oder einem anderen hellen Muster kann die „schreiende“ Wirkung einer Farbe abgeschwächt werden.

Ersetzen Farben die Klimaanlage?

Wem diese warmen Farbtöne überhaupt nicht zusagen, der kann ein wärmendes Ambiente auch anders erzeugen. Mit sogenannten Samt-Effektfarben. „Das Streichergebnis mit dieser Effektfarbe erinnert mich an eine pelzige Pfirsichhaut“, berichtet „diemoebelbloggerin“ von ihren Erfahrungswerten. Umgekehrt können Farben richtig eingesetzt genauso eine abkühlende Wirkung auf die Menschen haben.



Wer in einem Raum eine solche Abkühlung braucht, sollte auf Grün-, Blau- und Violetttöne zurückgreifen. Ein Schlafzimmer in verschiedenen Blautönen erscheint nicht nur kühler und sorgt somit für einen guten Schlaf, die Farben sorgen auch dafür, dass man den Raum für größer hält, als er ist.

Weiß kann ebenfalls wie eine Klimaanlage wirken. Experten raten jedoch, mit dem Einsatz von Weiß vorsichtig umzugehen. Denn falsch eingesetzt kann ein Raum rasch eine sterile Krankenhaus-Atmosphäre hervorrufen. Darum wird zum Einsatz von Cremetönen oder auch angegrauten Weißtönen geraten. Diese erscheinen ebenfalls kühl, bleiben aber trotzdem gemütlich und einladend.

Wem seine feurige rote Wand im Wohnzimmer, die zwar alle Blicke auf sich zieht, im Sommer aber dann doch zu heiß vorkommt, muss nicht erst die Wand umstreichen, um eine optische Abkühlung zu erhalten. Bilder in kühlen Tönen schaffen hier rasch Abhilfe und verändern ohne großen Aufwand die Atmosphäre im Raum.
Doch nicht nur die Wände können „anheizen“ oder „abkühlen“.

Der Boden spielt bei der (gefühlten) Raumtemperatur ebenfalls eine entscheidende Rolle. „Wir haben uns für einen marmorierten Steinboden mit Fußbodenheizung entschieden, als wir in die neue Wohnung eingezogen sind“, erzählt eine Wohnungsbesitzerin über ihren nicht alltäglichen Fußboden. Im Sommer sei es angenehm, barfuß über den kühlen Boden zu gehen. Im Winter wird ebenfalls von unten gewärmt. „Wir haben uns die graue Couch gekauft, weilt sie günstig war“, berichtet ein Pärchen, das gerade zusammengezogen ist.

„Temperatur“ mit wenig Handgriffen geändert

Doch vor der weißen Wohnzimmerwand wirkte der Raum auf einmal trist und kühl und wenig heimelig. „Darum haben wir viele Polster in Rot und Orange gekauft und außerdem die Seitenwand in einem Orangeton gestrichen“, berichtet die Wohnungsbesitzerin, wie sie das „Raumklima“ mit wenigen Handgriffen erwärmte, ohne dafür die Heizung aufdrehen zu müssen.

Einen ganz anderen Zugang, zur richtigen „Raumtemperatur“ haben die Studenten der Donau-Uni Krems. Im Lichtlabor wird erforscht, wie wichtig das Licht für Menschen ist, um sich wohl zu fühlen. „Neben den visuellen Funktionen hat im Besonderen das Tageslicht eine entscheidende Wirkung auf unser physisches und psychisches Wohlbefinden“, wissen die Experten der Donau-Uni.

Die Profis wissen, dass hier bereits bei der Planung eines Gebäudes auf das Licht Rücksicht genommen werden muss. Das Ziel des Lichtlabors, das durch einen künstlichen Himmel die Tageslichtverteilung und ihre Qualität in Innen- und Außenräumen simuliert, ist es, die Wichtigkeit und Schönheit des Lichts aufzuzeigen. So sorgen die Studenten bei späteren Gebäude-Entwürfen von vorneherein dafür, dass das Tageslicht die perfekte Atmosphäre schafft.

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